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NETZZEITUNG.DE 08.06.2002
5.000 Mark ist ein schlechter Preis
Von E-Mail an Fiete Stegers sendenFiete Stegers | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Eigene Inhalte bieten sie gar nicht, dafür aber einen personalisierbaren und ständig aktualisierten Schlagzeilenüberblick über die Titelstories der wichtigsten Online-Medien: die externer LinkNetzzeitung. Richtig gelesen, mit zwei Z – die Betreiber haben sich ihre Domain schon vor Michael Maiers Netzeitung gesichert. Wer war’s? Warum? Und wo soll die Reise hingehen?

Die Macher: Hinter der Netzzeitung stecken drei Brüder aus Herborn. Wieland Lindenthal, 19, macht gerade Abi. Seine Brüder Niels, 21, und Thies, 23 haben’s schon hinter sich und haben sich danach mit ihrer bereits zu Schulzeiten gegründeten Firma Schule im Netz GmBH selbstständig gemacht. Im Technikbereich unterstützt die Söhne Vater Detlef Lindenthal. Rede und Antwort stand uns per E-Mail Thies Lindenthal. (Foto: Netzzeitung)

Wann und warum kam die Idee, die Domain Netzzeitung zu registrieren?

Die Domain „Netzzeitung.de“ haben wir 1997 oder 1998 registriert. Idee war – und ist immer noch, unter dieser zugkräftigen Anschrift ein Nachrichtenangebot ins Netz zu bringen.

Und welches Konzept wird heute verfolgt?

Mal sehen, was sich machen läßt.

Wer steckt dahinter?

Die externer LinkSchule-im-Netz.de SiN GmbH. Diese Firma haben meine Brüder Niels und Wieland und ich als Schüler gegründet. Nach dem Startprojekt Schule-im-Netz.de, dem größten redaktionell betreuten Netzzkatalog für Schüler in Deutschland, haben wir Netzzeitung.de entwickelt und für Kunden Projekte umgesetzt, zum Beispiel ein Online-Wörterbuch auf externer Linkpons.de oder Quizzes für externer Linkgzsz.de.

Die aussagekräftige Domain zieht bestimmt etliche Nutzer an: Wie haben sich die Besucherzahlen entwickelt?

Durchschnittlich 6.000 Leser (Visits) täglich nutzen Netzzeitung (mit ein bis zwei Prozent Zuwachs monatlich). Die Zuwächse entstehen vermutlich durch Mundpropaganda, denn Werbung haben wir noch keine gemacht.

Gibt es Rückmeldungen von Nutzerseite?

Ja. Zum einen melden sich immer wieder Leser mit neuen "Zeitungswünschen". Aber auch die Redaktionen klopfen regelmäßig an, um die Einbindung ihrer Nachrichten genauer abzustimmen. Da wird sehr genau beobachtet, wie wir arbeiten. Und wir wissen, daß viele Redakteure unser Angebot selbst nutzen und schätzen.

War es schwierig, die Redaktionen zur Kooperation zu gewinnen?

Anfangs war es ganz unterschiedlich. Die meisten Nachrichtenanbieter waren aus Copyrightgründen vorsichtig. Aber es gab ein paar Redaktionen, die sich gefreut haben, daß ein kleines Angebot der neuen Konkurrenz Netzeitung etwas in die Quere kommt. Inzwischen klappt die Zusammenarbeit hervorragend. Regelmäßig treten neue Redaktionen an uns heran, um mit ihren Schlagzeilen aufgenommen zu werden.

Die Netzzeitung kommt sparsam daher: Nüchtern präsentiert sie die Schlagzeilen von derzeit 27 Online-Medien von New York Times über Wirtschaftswoche und Le Monde bis zur taz. Die Netzeitung mit einfachem Z ist auch vertreten. Klicken kann sich der User noch in die Teilgruppe der internationalen oder Wirtschaftsmedien – das war’s. Alternativ bietet sie noch ein Personalisierungsfeature an. Eigener Content: Fehlanzeige: (Foto: Mischel)

Seit dem Frühjahr 2000 wird in Berlin die Netzeitung gemacht. Dahinter steckt mit Lycos Europe, an dem Terra Lycos, aber auch die Bertelsmann und Gruner + Jahr beteiligt sind, etwas ganz anderes als eine familiäre Frühstücksrunde. Was sagt denn Netzeitung-Chefredakteur Micheal Maier zu Ihrem Projekt? Wäre dem die Domain nicht einiges wert gewesen?

Herr Maier und sein norwegischer Verleger waren sowas von langsam im Überlegen. Ganz zu Anfang rief deren Anwältin säuerlich an, und wir nannten einen Preis (mit einigen tausend DM Preisnachlaß, wenn die neue Zeitung nicht in neuer Rechtschreibung erscheint).

Aber der Verleger wollte noch nicht mal nicht mit uns sprechen, er sagte, nur seine Rechtsanwältin sei zuständig. Wir hingegen hätten lieber von Chef zu Chef verhandelt.
Die Anwältin bot 5.000 Mark (das sei doch auch ein guter Preis für Schüler), aber das fanden wir nicht. Als die Berliner sich dann schließlich im September 2000 an unseren Preis gewöhnten, hatten wir inzwischen eigene Pläne.

Neben deutschen Titeln sind im Nachrichtenüberblick der Netzeitung mit New York Times, Financial Times u. a. auch internationale Publikationen vertreten. Wieso das?

Wir merkten: Bezüglich Afghanistan, Nahost und New York ist es doch ganz gut zu lesen, was in anderen Ländern geschrieben wird. Außerden kam von Lesern der Wunsch nach mehr Internationalität auf der einen, aber auch mehr regionalen Nachrichten auf der anderen Seite. Wir werden in beiden Richtungen das Angebot ausbauen.

Wie wird die Reihenfolge der Zeitschriftentitel auf der Homepage festgelegt?

Das entscheiden wir am Frühstückstisch.

Eine aussagekräftige Domain, namhafte Kooperationspartner und ein automatisierter Inhalt – das riecht nach dem Erfolgsrezept, mit Inhalten im Web Geld zu machen…

Wer sagt das? Wie geht das?

Bleibt es dabei? Oder was hat die Netzzeitung für Zukunftspläne?

Netzzeitung.de ist ein guter Ausgangspunkt. Mehr Zeitungen, bessere Übersichten, Gruppierungen nach Rubriken werden im Sommer/Herbst 2002 hinzukommen.

Unsere Plattform beschäftigt sich mit Online-Journalismus. Sind wir da bei der Netzzeitung überhaupt richtig?

Auf alle Fälle. Wir sind eine gute Orientierungshilfe für Journalisten und sind gerade für die noch nicht so bekannten Angebote eine gute Plattform, um neue Leser zu gewinnen.

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