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Es herrscht Krisenstimmung in den Online-Redaktionen.
Nur zwei prominente Beispiele aus den vergangenen Monaten:
Die Süddeutsche Zeitung entlässt sieben Mitarbeiter
ihrer Online-Ausgabe, der Axel-Springer Verlag legt aus Kostengründen
mehrere Online-Redaktionen zusammen.
Doch während Flaute herrscht, werden andererseits immer
mehr Preise für Online-Journalisten geschaffen. Die neuen
Auszeichnungen zeigen, dass Qualität im Online-Journalismus
gezielt gefördert werden soll. Mit ihren Bewertungskriterien
sollen sie handwerkliche Standards festlegen und damit zur
Professionalisierung beitragen.
Online Journalism Award
Die renommierteste Auszeichnung für im Netz arbeitende
Journalisten ist der Online
Journalism Award. Er wurde im Oktober 2001 zum zweiten
Mal von der Online News Association (ONA) und der Columbia
Graduate School of Journalism vergeben. Die Columbia Universität
verleiht unter anderem auch den Pulitzer-Preis. Am Wettbewerb
können ausschließlich englischsprachige Angebote
teilnehmen.
Es wurde in sieben Kategorien bewertet: Generell Excellence,
Breaking News, Enterprise Journalism, Service journalism,
Feature Journalism, Creative Use of the Medium, Innovative
Presentation of Information und Online Commentary. Preise
gab es für einzelne Beiträge oder für ganze
Websites. Eine 16-köpfige Jury, der renommierte amerikanische
Journalisten und Journalistik-Wissenschaftler angehörten,
ermittelten die Sieger.
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| Pete Clifton (rechts)
und Giles Wilson von BBC News freuen sich über
ihre Auszeichnung in der Kategorie "General
Excellence", die ihnen von ONA-Präsident
Rich Jaroslovsky (zweiter von rechts) und Tom Goldstein
verliehen wird. (Foto: ONA) |
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Unter den Erstplatzierten waren die renommierten Namen im
amerikanischen Mediengeschäft: Ob New York Times, MSNBC.com,
CNN.com - diese Angebote setzen, trotz Stellenabbaus, immer
wieder Maßstäbe für journalistische Qualitätsarbeit
im Netz.
Aber auch weniger bekannte Websites wurden ausgezeichnet.
Beispielsweise siegte die in Südflorida erscheinende
Zeitung Sun-Sentinel in der neu eingerichteten Wettbewerbskategorie
"Feature Journalism". Der prämierte Beitrag
Witness
to an Epidemic - Aids in the Caribbean erzählt, multimedial
mit Flash aufbereitet, von den Folgen der Aids-Epidemie in
den karibischen Ländern. In der Begründung der Jury
heißt es: "The judges said they admired this package
both for its content and presentation. The writing is brief,
intelligent and clear, making great use of photography and
providing good access to powerful information." Auch
die dreisprachige Aufbereitung in Englisch, Spanisch und Kreolisch
wurde positiv registriert.
Grimme Online Award
Das Marler Adolf Grimme Institut verlieh 2001 erstmals, neben
seinem traditionellen Fernseh-Preis, den Grimme
Online Award. "In Anlehnung an die Gütekriterien
und an das Verfahren des Adolf Grimme Fernsehpreises soll
dieser Preis die Beurteilung von fernsehbezogener 'Qualität
im Netz' fokussieren", sagt Friedrich Hagedorn, Referatsleiter
Bildung beim Grimme Institut. Am Wettbewerb teilnehmen konnten
Internet-Angebote, die sich mit dem Fernsehen auseinander
setzen oder der Förderung von Medienkompetenz dienen.
Bei der Auswahl der Seiten wurden nicht nur journalistische
Gesichtspunkte als Maßstab genommen: "Internet
ist Zehnkampf", erklärt Markus Deggerich von Spiegel
Online, Vorsitzender der Jury des Grimme Online Award. Daher
bewertete die Jury neben journalistischen Standards auch Kriterien
wie Kommunikation und Interaktion, Unterhaltung und Animation,
Präsentation und Design, Interaktivität und Innovation,
Service und Usability.
Die zwei Nominierungskommissionen und Jurys setzten sich
aus Journalisten, Medienwissenschaftlern, Mitarbeitern von
Web-Agenturen und weiteren Medienexperten zusammen. Darunter
waren bekannte Namen wie Klaus Meier, Autor des Standardwerks
"Internet-Journalismus", oder der für seine
deftigen, aber fundierten Netz-Kritiken bekannte Journalist
Giesbert Damaschke. Sie ermittelten unter den über 250
Vorschlägen, die zum Wettbewerb eingereicht wurden, die
Sieger.
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in Teil 2 »
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