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TROTZ BRANCHENKRISE: 30.01.2002
Awards für Netzjournalisten (1)
Von E-Mail an Thomas Mrazek sendenThomas Mrazek | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Es herrscht Krisenstimmung in den Online-Redaktionen. Nur zwei prominente Beispiele aus den vergangenen Monaten: Die Süddeutsche Zeitung entlässt sieben Mitarbeiter ihrer Online-Ausgabe, der Axel-Springer Verlag legt aus Kostengründen mehrere Online-Redaktionen zusammen.

Doch während Flaute herrscht, werden andererseits immer mehr Preise für Online-Journalisten geschaffen. Die neuen Auszeichnungen zeigen, dass Qualität im Online-Journalismus gezielt gefördert werden soll. Mit ihren Bewertungskriterien sollen sie handwerkliche Standards festlegen und damit zur Professionalisierung beitragen.

Online Journalism Award

Die renommierteste Auszeichnung für im Netz arbeitende Journalisten ist der externer LinkOnline Journalism Award. Er wurde im Oktober 2001 zum zweiten Mal von der Online News Association (ONA) und der Columbia Graduate School of Journalism vergeben. Die Columbia Universität verleiht unter anderem auch den Pulitzer-Preis. Am Wettbewerb können ausschließlich englischsprachige Angebote teilnehmen.

Es wurde in sieben Kategorien bewertet: Generell Excellence, Breaking News, Enterprise Journalism, Service journalism, Feature Journalism, Creative Use of the Medium, Innovative Presentation of Information und Online Commentary. Preise gab es für einzelne Beiträge oder für ganze Websites. Eine 16-köpfige Jury, der renommierte amerikanische Journalisten und Journalistik-Wissenschaftler angehörten, ermittelten die Sieger.

Pete Clifton (rechts) und Giles Wilson von BBC News freuen sich über ihre Auszeichnung in der Kategorie "General Excellence", die ihnen von ONA-Präsident Rich Jaroslovsky (zweiter von rechts) und Tom Goldstein verliehen wird. (Foto: ONA)

Unter den Erstplatzierten waren die renommierten Namen im amerikanischen Mediengeschäft: Ob New York Times, MSNBC.com, CNN.com - diese Angebote setzen, trotz Stellenabbaus, immer wieder Maßstäbe für journalistische Qualitätsarbeit im Netz.

Aber auch weniger bekannte Websites wurden ausgezeichnet. Beispielsweise siegte die in Südflorida erscheinende Zeitung Sun-Sentinel in der neu eingerichteten Wettbewerbskategorie "Feature Journalism". Der prämierte Beitrag externer LinkWitness to an Epidemic - Aids in the Caribbean erzählt, multimedial mit Flash aufbereitet, von den Folgen der Aids-Epidemie in den karibischen Ländern. In der Begründung der Jury heißt es: "The judges said they admired this package both for its content and presentation. The writing is brief, intelligent and clear, making great use of photography and providing good access to powerful information." Auch die dreisprachige Aufbereitung in Englisch, Spanisch und Kreolisch wurde positiv registriert.

Grimme Online Award

Das Marler Adolf Grimme Institut verlieh 2001 erstmals, neben seinem traditionellen Fernseh-Preis, den externer LinkGrimme Online Award. "In Anlehnung an die Gütekriterien und an das Verfahren des Adolf Grimme Fernsehpreises soll dieser Preis die Beurteilung von fernsehbezogener 'Qualität im Netz' fokussieren", sagt Friedrich Hagedorn, Referatsleiter Bildung beim Grimme Institut. Am Wettbewerb teilnehmen konnten Internet-Angebote, die sich mit dem Fernsehen auseinander setzen oder der Förderung von Medienkompetenz dienen.

Bei der Auswahl der Seiten wurden nicht nur journalistische Gesichtspunkte als Maßstab genommen: "Internet ist Zehnkampf", erklärt Markus Deggerich von Spiegel Online, Vorsitzender der Jury des Grimme Online Award. Daher bewertete die Jury neben journalistischen Standards auch Kriterien wie Kommunikation und Interaktion, Unterhaltung und Animation, Präsentation und Design, Interaktivität und Innovation, Service und Usability.

Die zwei Nominierungskommissionen und Jurys setzten sich aus Journalisten, Medienwissenschaftlern, Mitarbeitern von Web-Agenturen und weiteren Medienexperten zusammen. Darunter waren bekannte Namen wie Klaus Meier, Autor des Standardwerks "Internet-Journalismus", oder der für seine deftigen, aber fundierten Netz-Kritiken bekannte Journalist Giesbert Damaschke. Sie ermittelten unter den über 250 Vorschlägen, die zum Wettbewerb eingereicht wurden, die Sieger.

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