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Wer denkt, dass inzwischen schon alles zum Thema
Weblogs gesagt worden ist, hat sich getäuscht.
Auch beim diesjährigen Klassentreffen der US-amerikanischen
Onlinejournalisten ging es immer wieder um Blogs, ihre
Glaubwürdigkeit
und ihren (kommerziellen) Nutzen für den journalistischen
Mainstream.
"Keine Sorge: Blogger werden den klassischen
Journalismus nicht ersetzen", sagte Ana Marie
Cox – besser
bekannt als "Wonkette". "Aber
Blogs machen es für die traditionellen Medien immer
schwerer, die Veröffentlichung von Nachrichten aufzuschieben."
Jung, MTV-erprobt und rotzfrech: Cox ist derzeit die "Queen
of Blogs" in den USA. Die Online
News Association (ONA), der Verband der Onlinejournalisten
der USA, hatte sie aus Washington DC zu ihrer Jahrestagung (12.
und 13.11.)
nach Los Angeles eingeflogen. Auch, um ihr kritische Fragen
zu stellen. Schließlich hatten Wonkette und
andere Blogger in der US-Wahlnacht mit der Veröffentlichung
von halbgaren Schnellschuss-Prognosen zeitweise für
mediale Verwirrung gesorgt. "No
problem", meinte Cox jetzt, "ich habe den
Leuten die Information gegeben, die sie haben wollten."
Das sahen dann doch viele im ONA-Plenum etwas anders. "Unsere
Glaubwürdigkeit als Journalisten schwindet, wenn immer
mehr Leute Dinge veröffentlichen, ohne sie zu überprüfen",
so zum Beispiel Mindy McAdams von der University of Florida.
Die Debatte wird noch im Konferenz-Weblog weitergeführt.
Für eine handvoll Dollars
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Der Autor Holger Hank ist
Redaktionsleiter von DW-WORLD.DE,
dem Internet-Angebot der Deutschen Welle. |
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Auf jeden Fall einig waren sich die ca. 300 Journalisten
in Los Angeles darin, dass Blogging keine Eintagsfliege sei.
Schließlich verdienen Wonkette & Co
inzwischen schon gute Dollars mit ihren Blogs. Statt sich
also der Frage zu widmen, ob es sich dabei nun um "richtigen"
Journalismus handele oder nicht, beschäftigte die meisten die Frage,
wie sie Weblogs in ihre Websites integrieren können.
Ken Sands von spokesmanreview.com,
der Internetausgabe einer Zeitung in Spokane (Bundesstaat
Washington), hat inzwischen
einige seiner Kollegen zu Bloggern gemacht und gleichzeitig
Weblog-Autoren aus der Region eine Plattform gegeben.
Dafür seien inzwischen sogar Anzeigenkunden zu begeistern:
Für Blogs mit Spezialthemen habe Spokesmanreview.com
erfolgreich Werbekunden gefunden, etwa für ein Blog über
"Freizeitfahrzeuge".
Kein Einzelfall: Überall in den USA versuchen sich insbesondere
Lokalzeitungen mit Blogs und blogartigen Angeboten im so
genannten "Community Journalism".
Wie Registrierung funktioniert
What else? Die Nachrichten-Sammelleidenschaft von Google
und Yahoo beäugen auch die US-Journalisten skeptisch.
Und zwar weniger aus kulturkritischen Gründen, sondern
eher, weil cnn.com, washingtonpost.com und die anderen die
Konkurrenz auf dem Anzeigenmarkt fürchten. Der kommt
derzeit übrigens in den USA kräftig in Schwung,
was auch in der aktuellen Ausgabe der US-Zeitschrift Business
Week nachzulesen ist.
Gleichzeitig liegen inzwischen gesicherte Erkenntnisse vor,
wie Zeitungen mit Registrierung und Bezahl-Inhalten am besten
Geld verdienen können. "Ob ein User einen
Artikel umsonst oder gegen Bezahlung lesen kann, hängt
bei uns von seinem Wohnort ab", erklärte
beispielsweise Christian Hendricks vom kalifornischen Zeitungsverlag
McClatchy
Company. Melde sich ein User mit einer Postleitzahl aus dem
Verbreitungsgebiet einer McClatchy-Zeitung an, bekomme er
den Artikel umsonst zu Gesicht. User aus dem Ausland müssten
dagegen zahlen. Das Prinzip: User aus der Region sind als
Zielgruppe für Werbung interessant, der Zufallssurfer
aus Deutschland dagegen nicht.
Die Preisträger der ONA-Awards
Nicht ums Geld, sondern um die Ehre ging es dann in Los
Angeles am Abschluss-Abend. Es stand die Bekanntgabe der
ONA-Preisträger
2004 an. The winners are: u.a. mal wieder BBC
News Online – für "general
excellence", sogar gleich zweimal
die Canadian
Broadcasting Corporation und - natürlich! – eine
Weblog-Legende: Dan
Gillmores eJournal. 2005 findet die ONA-Konferenz in
New York statt.
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