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Eigene Inhalte bieten sie gar nicht, dafür aber einen
personalisierbaren und ständig aktualisierten Schlagzeilenüberblick
über die Titelstories der wichtigsten Online-Medien:
die Netzzeitung.
Richtig gelesen, mit zwei Z die Betreiber haben sich
ihre Domain schon vor Michael Maiers Netzeitung gesichert.
Wer wars? Warum? Und wo soll die Reise hingehen?
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| Die Macher: Hinter
der Netzzeitung stecken drei Brüder aus Herborn.
Wieland Lindenthal, 19, macht gerade Abi. Seine
Brüder Niels, 21, und Thies, 23 habens
schon hinter sich und haben sich danach mit ihrer
bereits zu Schulzeiten gegründeten Firma Schule
im Netz GmBH selbstständig gemacht. Im Technikbereich
unterstützt die Söhne Vater Detlef Lindenthal.
Rede und Antwort stand uns per E-Mail Thies Lindenthal.
(Foto: Netzzeitung) |
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Wann und warum kam die Idee, die Domain Netzzeitung zu
registrieren?
Die Domain Netzzeitung.de haben wir 1997 oder
1998 registriert. Idee war und ist immer noch, unter
dieser zugkräftigen Anschrift ein Nachrichtenangebot
ins Netz zu bringen.
Und welches Konzept wird heute verfolgt?
Mal sehen, was sich machen läßt.
Wer steckt dahinter?
Die Schule-im-Netz.de
SiN GmbH. Diese Firma haben meine Brüder Niels und
Wieland und ich als Schüler gegründet. Nach dem
Startprojekt Schule-im-Netz.de, dem größten redaktionell
betreuten Netzzkatalog für Schüler in Deutschland,
haben wir Netzzeitung.de entwickelt und für Kunden Projekte
umgesetzt, zum Beispiel ein Online-Wörterbuch auf pons.de
oder Quizzes für gzsz.de.
Die aussagekräftige Domain zieht bestimmt etliche
Nutzer an: Wie haben sich die Besucherzahlen entwickelt?
Durchschnittlich 6.000 Leser (Visits) täglich nutzen
Netzzeitung (mit ein bis zwei Prozent Zuwachs monatlich).
Die Zuwächse entstehen vermutlich durch Mundpropaganda,
denn Werbung haben wir noch keine gemacht.
Gibt es Rückmeldungen von Nutzerseite?
Ja. Zum einen melden sich immer wieder Leser mit neuen "Zeitungswünschen".
Aber auch die Redaktionen klopfen regelmäßig an,
um die Einbindung ihrer Nachrichten genauer abzustimmen. Da
wird sehr genau beobachtet, wie wir arbeiten. Und wir wissen,
daß viele Redakteure unser Angebot selbst nutzen und
schätzen.
War es schwierig, die Redaktionen zur Kooperation zu gewinnen?
Anfangs war es ganz unterschiedlich. Die meisten Nachrichtenanbieter
waren aus Copyrightgründen vorsichtig. Aber es gab ein
paar Redaktionen, die sich gefreut haben, daß ein kleines
Angebot der neuen Konkurrenz Netzeitung etwas in die Quere
kommt. Inzwischen klappt die Zusammenarbeit hervorragend.
Regelmäßig treten neue Redaktionen an uns heran,
um mit ihren Schlagzeilen aufgenommen zu werden.
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| Die Netzzeitung kommt
sparsam daher: Nüchtern präsentiert sie
die Schlagzeilen von derzeit 27 Online-Medien von
New York Times über Wirtschaftswoche und Le
Monde bis zur taz. Die Netzeitung mit einfachem
Z ist auch vertreten. Klicken kann sich der User
noch in die Teilgruppe der internationalen oder
Wirtschaftsmedien das wars. Alternativ
bietet sie noch ein Personalisierungsfeature an.
Eigener Content: Fehlanzeige: (Foto: Mischel) |
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Seit dem Frühjahr 2000 wird in Berlin die Netzeitung
gemacht. Dahinter steckt mit Lycos Europe, an dem Terra Lycos,
aber auch die Bertelsmann und Gruner + Jahr beteiligt sind,
etwas ganz anderes als eine familiäre Frühstücksrunde.
Was sagt denn Netzeitung-Chefredakteur Micheal Maier zu Ihrem
Projekt? Wäre dem die Domain nicht einiges wert gewesen?
Herr Maier und sein norwegischer Verleger waren sowas von
langsam im Überlegen. Ganz zu Anfang rief deren Anwältin
säuerlich an, und wir nannten einen Preis (mit einigen
tausend DM Preisnachlaß, wenn die neue Zeitung nicht
in neuer Rechtschreibung erscheint).
Aber der Verleger wollte noch nicht mal nicht mit uns sprechen,
er sagte, nur seine Rechtsanwältin sei zuständig.
Wir hingegen hätten lieber von Chef zu Chef verhandelt.
Die Anwältin bot 5.000 Mark (das sei doch auch ein guter
Preis für Schüler), aber das fanden wir nicht. Als
die Berliner sich dann schließlich im September 2000
an unseren Preis gewöhnten, hatten wir inzwischen eigene
Pläne.
Neben deutschen Titeln sind im Nachrichtenüberblick
der Netzeitung mit New York Times, Financial Times u. a. auch
internationale Publikationen vertreten. Wieso das?
Wir merkten: Bezüglich Afghanistan, Nahost und New York
ist es doch ganz gut zu lesen, was in anderen Ländern
geschrieben wird. Außerden kam von Lesern der Wunsch
nach mehr Internationalität auf der einen, aber auch
mehr regionalen Nachrichten auf der anderen Seite. Wir werden
in beiden Richtungen das Angebot ausbauen.
Wie wird die Reihenfolge der Zeitschriftentitel auf der
Homepage festgelegt?
Das entscheiden wir am Frühstückstisch.
Eine aussagekräftige Domain, namhafte Kooperationspartner
und ein automatisierter Inhalt das riecht nach dem
Erfolgsrezept, mit Inhalten im Web Geld zu machen
Wer sagt das? Wie geht das?
Bleibt es dabei? Oder was hat die Netzzeitung für
Zukunftspläne?
Netzzeitung.de ist ein guter Ausgangspunkt. Mehr Zeitungen,
bessere Übersichten, Gruppierungen nach Rubriken werden
im Sommer/Herbst 2002 hinzukommen.
Unsere Plattform beschäftigt sich mit Online-Journalismus.
Sind wir da bei der Netzzeitung überhaupt richtig?
Auf alle Fälle. Wir sind eine gute Orientierungshilfe
für Journalisten und sind gerade für die noch nicht
so bekannten Angebote eine gute Plattform, um neue Leser zu
gewinnen.
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