| MARTIN PAFF: |
20.04.2000 |
| Springer im Rücken,
die Zukunft im Blick |
Von Jan
Steppat |
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Nebenan serviert ein Ober mit Fliege dem dänischen
Botschafter Kaffee an die massive Ledersitzgruppe. "Kopenhagen
ist eine wundervolle Stadt", merkt die Redakteurin der
Welt an. Gediegen geht es zu in der zweithöchsten Etage
des Springer-Hochhhauses in Berlin-Mitte. Der Journalisten-Club
des Verlags ist eine "Stätte der Begegnung auf höchstem
Niveau". Ganz so, wie ihn Axel Springer einst gründete.
Hier parliert Martin Paff über die Netz-Welt von morgen.
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| Setzt auf E-Commerce
im redaktionellen Umfeld: Martin Paff, Gesamtkoordinator
der Welt Online. (Foto: selbst) |
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Selbstverständlich mit Jacket, denn das ist für
Herren Pflicht. Die schwere Büste des Verlagspatrons
bewusst im Hintergrund, konzentriert sich sein Blick erst
auf die Silhouette Berlins, dann auf die neue Zeit des Internet.
Auf die große Vergangenheit des Hauses bauend der Zukunft
zugewandt. So könnte ein PR- Stratege in Anlehnung an
die Becher-Hymne die Ausführungen des Gesamtkoordinators
der Welt Online betiteln.
Paff ist 30. "Relativ jung und doch wieder relativ alt."
Wie man's nimmt. Für sein Alter ist der diplomierte Betriebswirt
weit gekommen. Immerhin so weit, dass er seine Gäste
im Journalisten-Club empfängt. Und dies ist nur "leitenden
Mitarbeitern" vorbehalten, wie im Verhaltenskodex am
Eingang zu lesen ist. Als Wirtschaftsmann weiß er natürlich,
wie mit der Welt im Internet Geld zu verdienen ist. Sicher,
journalistische Qualität schätzt er. Doch aus Spaß
an der Freude der User ist die Welt 1995 nicht online gegangen.
Für ein gutes Produkt neue Vermarktungsformen finden,
so könnte man seine Aufgabe beschreiben. Eben ein Koordinator,
der das Ganze im Blick haben muss.
Dafür ist er durch eine harte Schule gegangen, die Hamburger
Schule von Springer, der Integration von Lehre und Studium.
Und oben drauf kam noch das Volldiplom. Mit Erfolg wie man
sieht. Denn an jenem Ort über die Möglichkeiten
des Internet zu philosophieren, wo kurz zuvor sich Gorbatschow,
Bush und Kohl, kurz danach Schröder, Fischer und hochrangige
Gäste aus Israel die Hand gaben, das kann man schon als
Auszeichnung verstehen.
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