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MARKUS DEGGERICH: 26.11.2000
"Diese Aufbruchstimmung dort"
Von Email an Roman Mischel sendenRoman Mischel und Email an Fiete Stegers sendenFiete Stegers Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Mal ganz ehrlich: Fing Ihre Karriere auch bei der Schülerzeitung an? Bei Markus Deggerich jedenfalls war es so. Wir trafen ihn in Friedrichshain, dem angeblich angesagtesten Stadtteil Berlins.

Markus Deggerich arbeitet als Parlamentskorrespondent im Berliner Büro von Spiegel Online. (Foto: Mischel)

Mittwoch, 1. November, 11:00 Uhr. Wir stehen vorm Cafe Hundertwasser in der Simon-Dach-Straße. Sonnig und kühl ist es hier, trotzdem angenehm. Wir warten. Hoffentlich hat er uns nicht versetzt, schließlich kennen wir Markus Deggerich nur durch ein paar freundliche Emails. Gegen fünf nach elf beschließen wir, schonmal reinzugehen.

Wir wählen einen Tisch am Fenster im hinteren Teil des Cafes. Nett ist es hier, alles schlicht und einfach gehalten. Wir bestellen je einen Milchkaffee und besprechen schonmal die ersten Fragen, die wir ihm stellen wollen. Wenn er denn kommt.

11:10 Uhr. Die Tür geht auf, Deggerich tritt ein. Vermuten wir zumindest. Jedenfalls hat er Ähnlichkeit mit der gleichnamigen Person aus dem externer LinkSpiegel Online Impressum. Ich hebe den Finger, er sieht mein Signal und nickt wohlwollend.

Er bietet uns sofort das "Du" an. Deggerich setzt sich, zündet sich eine Pall Mall Lights an. Durchatmen. Nokia-Handy, Kippen und Zippo liegen griffbereit auf dem Tisch. Schnell kommen wir ins Gespräch. Wir stellen Standardfragen, zum warm werden. Der Onlinejournalist legt los - redestark, argumentierfreudig, offen.

"Angefangen habe ich natürlich, wie alle, mit der Schülerzeitung", erzählt er uns. Doch damals habe er eigentlich gar vorgehabt, Journalist zu werden. Aus dem westfälischen Dorf externer LinkElte führte ihn sein Weg zunächst nach Müchen, "erstmal Zivi machen". Dann folgte das Studium. "Meine Ideen gingen zwar in alle möglichen Richtungen, aber mit Journalismus hatten die nichts zu tun", erklärt er uns. Doch der Zufall wollte es so: Angetrieben durch Freunde landete er auf der Journalistenschule München.

Der Ober hat registriert, dass eine neue Person am Tisch sitzt. Deggerich bestellt einen Milchkaffee.

Sein erstes Praktikum führte ihn direkt nach der Wende nach Leipzig. Während seiner Zeit bei der Leipziger Volkszeitung verliebte er sich in die Stadt, "in diese Aufbruchsstimmung dort". Doch sein Weg führte wieder zurück nach München für ein Jahr, "Studium abschließen." Aber schnell merkte er: "Ich will unbedingt raus aus dieser glatten, sauberen, langweiligen Stadt." Leipzig - dahin zurück sollte es gehen. Er hatte seine Gründe.

Deggerich greift zu seiner kleinen blauen Schachtel auf dem Tisch. Er bietet uns keine Zigarette an. Er scheint sich sehr sicher zu sein, dass wir nicht rauchen. Das Zippo klickt. Der Ober bringt Milchkaffee.

In Leipzig lebte und arbeitete er ein Jahr lang frei, anschließend drei Jahre als Korrespondent bei der dpa. "Und dann habe ich gemerkt, dass dpa zwar spannend war und Leipzig Spaß machte, aber dass es schon den Kopf verklebt, immer nur Nachrichten zu machen". Er wollte weg. Keine Nachrichten mehr schreiben. Irgendwie wollte er mehr.

Deggerich nippt an seinem Kaffee. Das Fragespiel geht weiter.

Also bewarb er sich bei der Henri-Nannen-Schule in Hamburg - und bekam den Platz. Praktika beim Stern, bei der Süddeutschen und bei Spiegel Online folgten. "Dort war's allerdings nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe", erzählt er.

Nach seiner Nannen-Zeit - doppelt qualifiziert und mit der nötigen Praxiserfahrung - beschloss er, zur Süddeutschen zu gehen, weil er "unbedingt nach Berlin wollte". Doch dann kam plötzlich der Anruf von Spiegel Online.

Jetzt arbeit Markus Deggerich dort als Hauptstadt-Korrespondent. Seinen Weg nach Berlin hat er gefunden, auch ohne die Süddeutsche. Demnächst wird er Verstärkung bekommen, erzählt er uns. Das Nachrichtenportal will eine mehrköpfige Berlin-Redaktion aufbauen. Zwei Kollegen vom "Print"-Spiegel sollen ins Online-Lager wechseln. Nachrichten wird es dann bei Spiegel Online aus erster Hand geben.

Wir sind gespannt.

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