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Detlef Lampe verantwortet das Nachrichtenangebot aus dem
Hause RTL. Wir trafen ihn in der Kölner RTL-Zentrale,
wo er uns die Vorteile des Online-Publishings erläuterte.
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| Wird von seinen Kollegen
als lockerer Chef geschätzt: Detlef Lampe,
Redaktionsleiter von RTLnews. (Foto: Mischel) |
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Wie definieren Sie Onlinejournalismus?
Onlinejournalismus heisst, in dem Medium der Zukunft Journalismus
zu betreiben.
Und wie sieht das praktisch aus?
Das sieht aus wie in jedem anderen Medium auch, mit dem
feinen Unterschied, dass der Online- Redakteur in dem Moment,
wo er sich auf seinen Stuhl setzt, bereits Sendung oder seinen
Erscheinungstag hat, während normale Journalisten für
ein Produkt arbeiten, das irgendwann erst rauskommt.
Wo liegen die journalistischen Vorteile des Internet
verglichen mit konventionellen Medien?
Ein Vorteil beim Onlinejournalismus ist natürlich, dass
man viel mehr Raum, eigentlich einen unbegrenzten Raum hat,
um den User mit Informationen zu beglücken, die er sonst
nicht bekommt.
Also beispielsweise: Hintergrundgeschichten, weiterführende
Links, related Storys. Auf all das zurück greifen zu
können, was man beim Zeitunglesen gar nicht hat, bis
hin zu der Beantwortung der Frage: Was heisst eigentlich Lombardsatz?
Was hat denn gerade diese Frage mit Onlinejournalismus
zu tun?
Ganz einfach. Wenn in der Tagesschau die Sprecherin wie
immer vom Papier abliest, der Lombardsatz sei um 0,5 Prozent
gesunken, dann weiß Oma Kasupke in Bottrop bestimmt
nicht, was ein Lombardsatz ist. Wenn man das in einer Zeitung
liest, dann sitzt man vielleicht gerade in einer Straßenbahn.
Man traut sich den Nachbarn dann nicht wirklich zu fragen:
"Sagen Sie mal, was denn eigentlich der Lombardsatz?"
Im Online- Bereich kann man über Stichwortsuche, über
Fremdwörterlexika diese ganzen Sachen heraus lesen und
sich dadurch viel besser informieren als in jedem anderen
Medium.
Stichwort Konvergenz der Medien. Wie wird die aussehen?
Natürlich so, dass die Verschmelzung von Fernsehen und
Internet immer weiter gehen wird. Wir werden irgendwann keine
Unterschiede mehr haben zwischen einem Fernseh- und einem
Internet- Benutzer. Beides wird so verschmelzen, wie es auch
zusammen gehört, würde Willy Brandt jetzt sagen.
Werbung im Internet - stört sie den User nicht nur?
Wieso? Im Internet muss man doch auch pinkeln, oder? Oder
virtuell? Im Ernst: Wenn ich auf einer Seite was Spannendes
finde, ist es mir doch völlig egal, was da noch drauf
ist.
Anderes Thema: Haben Sie keine Angst vor digitalen Spuren?
Wir hinterlassen doch überall Spuren. Vor digitalen
Spuren habe ich keine Angst, nein. Ich glaube die digitalen
Spuren, die wir hinterlassen, sind solche, die wir überall
hinterlassen. Ich glaube wir sind hier Deutschland sehr viel
gläserner als die meisten meinen. Positiv ausgedrückt:
Das Internet ist doch der Bereich, in dem man noch Spuren
verfolgen kann. Das ist bei unserer Behörden-Demokratie
ja nicht immer möglich.
Da gibt es Ex- Bundeskanzler, die können sich noch
nicht einmal daran erinnern, von wem sie Millionen bekommen
haben. Wenn das Geld im Internet überwiesen worden wäre,
dann könnte Kohl jetzt hundert Mal sagen: "Sorry,
ich weiß nicht woher das Geld kommt." Denn man
könnte über die ID schauen: "Ist ja super,
Herr Dingenskirchen war's." So aber kann er sagen: "Weiß
ich nicht." Das muss man ihm jetzt erst mal so glauben,
dass er nichts weiß, Dabei weiß jeder, dass er
es weiß.
Sie üben ihren Beruf ja nicht nur aus reinem Spaß
an der Freude aus. Was verdient man denn so?
Geld.
Wie viel?
Kommt darauf an. Es kommt wie überall auf die Qualität
an. Es kommt auf das Alter an und wie lange man den Beruf
ausübt. Es gibt Manteltarifverträge, an die man
sich halten muss und Arbeitszeitregelungen, an die man sich
halten darf. Und in sofern verdient man genau so viel wie
bei einer Zeitung auch.
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