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Als erstes deutsches Internet-Medium leistet sich Spiegel
Online einen Berlin- Korrespondenten: Markus Deggerich berichtet
seit November 1999 exklusiv für die Hamburger aus Hauptstadt
und Parlament. Wie der Alltag eines Online- Korrespontenten
aussieht, warum Qualität zählt und wie die Zukunft
des Onlinejournalismus aussieht, schildert Markus Deggerich
im Interview mit onlinejournalismus.de.
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| Markus Deggerich
ist der erste Hauptstadt-Korrespondent, den sich
ein Online-Medium leistet. (Foto: Mischel) |
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Seit gut einem Jahr sind Sie Parlaments- Korrespondent.
Werden Sie als Vertreter eines Internet-Mediums von Ihren
Gesprächspartnern überhaupt ernst genommen?
Was hilft, ist natürlich der Markenname: Obwohl ich
immer versucht habe, deutlich zu sagen "Spiegel Online",
hören die erst mal bloß Spiegel. Es war sehr viel
Erklärungsbedarf da.
Man musste erst mal den Leuten deutlich machen, was Spiegel
Online ist, was Onlinejournalismus ist. Das war sehr zäh.
Da hast du eine halbe Stunde einen Vortrag gehalten, und danach
haben deine Gesprächspartner zu dir gesagt: "Ja,
klingt ja interessant, schicken Sie bitte mal ein Belegexemplar."
Aber es gab auch teilweise richtig massive Ablehnung: Manche
Leute haben klar gesagt: "Wir reden nicht mit Internetjournalisten.
Das ist igittigitt. Alles Elektronische ist Journalismus zweiter
Klasse". Solch unbegründeten Ablehnungen haben wir
dann teilweise einfach im Netz veröffentlicht.
Dann hatten wir eine halbe Stunde später die Leute doch
am Telefon, weil irgendjemand aus der Presseabteilung mitgekriegt
hatte, was da auf der Homepage des Spiegels stand.
War das die übliche Methode, Politiker zum Interview
zu bekommen?
Nein, der normale Weg war Überzeugungsarbeit. Ich habe
gesagt: Wenn Sie uns exklusiv ein Interview geben, dann wird
es vor den Tageszeitungen veröffentlicht, aber es wird
trotzdem in den Agenturen und in den Fernsehnachrichten zitiert.
Das, was Politiker eigentlich wollen - nämlich Öffentlichkeit
erreichen - können sie auch bei uns bekommen, zum Teil
wesentlich schneller als bei anderen.
Wie sehen die Kollegen von anderen Medien den Online-
Korrespondenten?
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| Aufmerksames Zuhören
gehört zu seinem Job. Sein Handwerk hat er
auf zwei Journalistenschulen, bei der DPA, beim
Stern und der Süddeutschen Zeitung gelernt.
(Foto: Mischel) |
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Die lästern gerne. Du bist dann der Spinner am Laptop.
Inzwischen wandelt sich das aber. Du kriegst eine Flut von
Bewerbungen, eine Flut von Anrufen von Leuten, die auf den
Geschmack gekommen sind.
Denn wenn du es dir unser Produkt anguckst, merkst du ja
auch, dass es ganz normaler Journalismus ist. Es ist halt
nur eine andere Art der Distribution.
Trotzdem: Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit von der
für Print- oder Hörfunkmedien?
Grob gesagt: Du hast keinen Redaktionsschluss. Wenn um ein
Uhr nachts im Kanzleramt der Atomausstieg beraten wird, dann
musst du vor Ort sein. Das ist einfach Top-News. Dann mußt
du das dann noch nachts um zwei machen.
Das ist aber nicht der Alltag.
Sonst ist es ein Zwölfstundentag: Wenn du um 16 Uhr
dein Interview stehen hast, oder deine Analyse oder deinen
Kommentar, ist eben nicht Schluss. Wenn sich eine Stunde später
noch was neues ergibt, kannst du deinen Artikel nochmal aktualisieren.
Oder auch eine Woche später, wenn das Thema wieder aktuell
werden sollte.
Du hast auch keinen Layoutzwang. Wenn du den Leitartikel
bei der Süddeutschen schreibst, hast du deine 180 Zeilen,
weil das Standard ist. Egal, ob du 180 Zeilen lang was zu
sagen hast oder nicht. Bei uns schreibst du so lange, wie
du was zu sagen hast. Nicht das Layout, sondern der Inhalt
steht im Vordergrund.
Gibt es einen eigenen Stil fürs Schreiben im Netz?
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich anders schreibe
als für eine Tageszeitung. Was schon wichtiger ist, bzw.
wichtiger genommen wird als bei einer Tageszeitung, sind Überschriften
und Teaser, weil das darüber entscheidet, wie der Artikel
angenommen wird. Da haben wir inzwischen auch Vorgaben. Die
Überschriften sind immer einzeilig, Teaser maximal drei
oder vierzeilig.
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in Teil 2 »
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