Anonymes von Insidern (3)
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Als "reine Frustabladestation" sieht die Sprecherin
des Münchner Software-Unternehmens Cassiopeia AG, Anja
Fahs, das Unternehmen Dotcomtod. "Es werden dort häufig
Sachen verbreitet, die nicht stimmen; zudem wird die Kritik
dann oft sehr emotional und gleitet ins Persönliche ab.
Ein Unternehmen hat kaum Chancen, sich gegen die erhobenen
Vorwürfe zu wehren."
Die Münchner Publizistik-Professorin Romy Fröhlich
betrachtet Dotcomtod als einen Fingerzeig für die Unternehmen:
"Wenn so etwas Schule macht, werden die Unternehmen ihre
interne Kommunikation umkrempeln müssen. Man wird Foren
innerhalb des Hauses schaffen müssen, wo solche Nachrichten
besprochen und verarbeitet werden." Für den Journalismus
könne Dotcomtod einerseits eine Bereicherung darstellen:
"Wenngleich die Quellen mit äußerster Vorsicht
zu genießen sind."
Andererseits erschwerten die anonymen Beiträge die Recherchearbeit:
"Wenn der Journalist bisher seine institutionalisierten
Quellen wie Vorstand, Pressesprecher, Betriebsrat und gegebenenfalls
den Personalchef zu Wort kommen ließ, hatte er in der
Regel einen ausgewogenen Bericht und war auf der sicheren
Seite. Mittlerweile ist das nicht mehr so einfach. Ob man
dann ein Angebot wie Dotcomtod als Bereicherung oder Belastung
für die journalistische Arbeit ansieht, lässt sich
noch nicht beantworten."
Der Beitrag ist zuerst erschienen in der Medienzeitschrift
journalist
(Ausgabe 1/2002).
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