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Multimediale Internetauftritte mit einer für den
Nutzer praktischen Handhabung sind leider Mangelware. Ausgerechnet
"die Bahn", sonst im Umgang mit Medien als ungeschickt
verschrien, präsentiert mit Bahn
TV Online eine simple wie sinnvolle Kombination von Bewegtbild
und Text – Information, die funktioniert. Information,
die ankommt. Pünktlich.
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| Für jedermann
im Netz empfangbar: Bahn TV Online. (Screenshot/Collage:
Becker/Tüshaus) |
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Wer heute in der Medienbranche etwas auf sich hält,
bietet seinen Internetnutzern neben dem textbasierten Content
auch einen schicken Livestream an. Spätestens seit der
Geburt der DSL-Generation wird getextet und gestreamt, was
das Zeug hält. Leider werden die beiden Medien jedoch
viel zu selten aufeinander abgestimmt. "Die Bahn"
hat dieses Problem in der unternehmensinternen Kommunikation
verblüffend einfach aber dennoch gelungen gelöst.
"Bahn TV" ist das Mitarbeiterfernsehen der Deutschen
Bahn und wird täglich in Berlin produziert. Das unternehmenseigene
Business-TV erreicht die Mitarbeiter des Schienengiganten
an ihren unzähligen Einsatzorten neben der Verbreitung
per Internet auch via Astra-Satellit und über das Netz
des Kabel-TV-Betreibers "primacom".
Kantinen-TV
In den rund 800 Kantinen und Pausenräumen der Bahn sitzen
mehr als 200.000 Mitarbeiter ganz offiziell vor der Glotze.
"Es geht vor allem darum, die Mitarbeiter zu erreichen,
die direkt im Kundenkontakt stehen. Es geht um all die, die
tagtäglich im operativen Geschäft im Einsatz sind",
erklärt Redaktionsleiterin Maika Jachmann.
Die praktisch unbegrenzte Anzahl der Empfänger bei gleich
bleibenden Kosten seien ein wesentlicher Vorteil des Mediums,
so Jachmann weiter. Kritische Stimmen hingegen behaupten,
der wirtschaftliche Aufwand für die Bahn sei unverhältnismäßig
hoch.
Emotionaler Faktor
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| Bahn TV-Redaktionsleiterin
Maika Jachmann. (Foto: privat) |
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Produziert wird das Programm von einem knapp 30-köpfigen
Redaktionsteam. Weiteren Input liefern freie Kamera-Teams,
die im Auftrag von "Bahn TV" in ganz Deutschland
unterwegs sind. Heraus kommen zwölf unterschiedliche
Formate, darunter Nachrichten, Reportagen und spezielle Features
zu den Themen Technik, Reise, Vertrieb und Bahnhöfe.
Der Zuspruch im Unternehmen ist laut Angaben der Bahn groß,
auch wenn sich der Erfolg nicht in konkreten Umsatzzahlen
messen lasse. Nicht zuletzt trage das facettenreiche TV-Angebot
dazu bei, die Mitarbeiter zu motivieren und ein Zusammengehörigkeitsgefühl
zu schaffen, sagt Jachmann. "Der emotionale Faktor ist
dabei höher einzuschätzen als bei Printprodukten."
» weiter in Teil
2:
schlicht, aber überzeugend umgesetzt
und frei empfangbar
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