onlinejournalismus.de - Das Magazin zum Thema
Newsletter
eintragen
austragen
  Archiv | Infos
Suchen
"UND"
"ODER"
Blogs!
Rezension
Surftipp
Seite besuchen
GROßFLUGHAFEN SCHÖNEFELD: 25.12.2001
Sinn und Unsinn eines Milliardenprojekts
Von Email an Roman Mischel sendenRoman Mischel | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Berichterstattung im Internet kann mehr sein als nur Text, der mit statischen Bildern und Links angereicht wird. Auf der Suche nach Darstellungsformen, die den Möglichkeiten des Mediums gerecht werden, stellen wir Ihnen ein Multimedia-Feature vor, das komplett mit Flash realisiert wurde.

Mehrere tausend Mitglieder des Bürgervereins Brandenburg-Berlin (BVBB) und der Schutzgemeinschaft der 16 Umlandgemeinden Schönefelds demonstrierten im November vergangenen Jahres gegen den geplanten Großflughafen. (Foto: Reinhard Kaufhold)
Film starten

Berlin, im Jahr 2001. Um den Bau des Großflughafens Schönefeld redet man sich in der Hauptstadt schon seit mehr als zehn Jahren die Köpfe heiß. Die Wirtschaft streitet mit der Politik, und die wiederum streitet mit ihren Bürgern. Das Mega-Projekt "Berlin Brandenburg International", kurz BBI, ist höchst umstritten. Das geplante "Drehkreuz zwischen Ost und West" soll rund sieben Milliarden Mark kosten. Die Finanzierung ist ungewiss, das private Investorenkonsortium zögert - und die Stadt droht derweil in einem 70 Milliarden Mark tiefen Schuldenloch zu versinken.

Ein großer Flughafen käme ihr gerade Recht: Renate aus der Stadtmitte. (Foto: Mischel)

Auch die Debatte um den Standort erhitzt die Gemüter. Schon 1995, als das Tauziehen um den Flughafen voll im Gange war, mahnte der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe: "Ich werde Schönefeld nicht freiwillig zustimmen, zumal dort mehrere Dörfer umgesiedelt werden müssen." Heute leben rund 130.000 Menschen im betroffenen Einzugsgebiet. Ein großer Teil davon fürchtet den Gedanken, der künftige Fluglärm und die Abgase könne die bisherige Lebensweise stark beeinträchtigen. Die Betroffenen haben rund 70.000 Einwendungen gegen das Großvorhaben formuliert. Bei den Behörden wird derzeit mächtig geprüft.

Mit dem politischen Umbruch in der Hauptstadt entflammt auch die Debatte um den Flughafen-Standort erneut. Die sich um Wowereit und Gysi herausbildende rot-rote Koalition ist sich zwar einig: Berlin braucht einen neuen Flughafen, da Tegel und Tempelhof den stark angestiegenen Verkehr allein nicht mehr bewältigen können. Doch in den Koalitionsgesprächen fordert die PDS einen alternativen Standort. Plötzlich steht das damals schon von Stolpe favorisierte Sperenberg wieder zur Diskussion. Die 130.000 Betroffenen schöpfen Hoffnung.

Muss sein Haus aufgeben: Rudi Peters aus Diepensee. (Foto: Mischel)

Das Multimedia-Feature setzt sich mit den beiden Seiten der Medaille auseinander: Auf der einen steht das Projekt, das dem Wohl aller Bürger dienen soll: Die Flughafengesellschaft verspricht neue Arbeitsplätze und neue Perspektiven für das arg von der Arbeitslosigkeit gebeutelte Einzugsgebiet im Osten der Stadt. Und "endlich wird es auch möglich sein, direkt nach Bali zu fliegen, ohne in Frankfurt umsteigen zu müssen", freut sich Renate aus der Stadtmitte.

Auf der anderen Seite steht der betroffene Bürger. Ob der nun Rudi Peters heißt, der sein Haus in Diepensee verlassen muss, weil es einer Rollbahn weichen muss. Oder Werner Sylvester, dem der Flughafen gerade recht kommt, weil er lieber heute als morgen aus Diepensee raus wäre. Oder Paul Peter, der in Mahlow "kaum etwas mitkriegen wird" von den 61 Dezibel, die im Fünf-Minuten-Takt an ihm vorbei rauschen werden.

Ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte des Beitrags:

Während der Monate Juni und Juli recherchierte ich hauptsächlich im Einzugsgebiet des geplanten Großflughafens und nahm dort Kontakt auf mit zahlreichen betroffenen Personen und Familien. Einige waren bereit, vor laufender Videokamera oder zumindest bei laufendem Tonaufnahmegerät von ihrem persönlichen Schicksal zu erzählen.

In den Monaten Juli und August sezierte ich die Ergebnisse der Recherchearbeiten (etwa acht Gigabyte digitale Rohdaten), um die gesamte Geschichte anschließend mit Flash in einer multimedialen Darstellungsform zusammen zu setzen. Der fertige Beitrag hat eine Laufzeit von etwa 30 Minuten, je nach Tempo des Lesers bzw. gewählter Darstellungstiefe.

Film starten

Bitte beachten Sie, dass der Beitrag komplett vor den Ereignissen des 11. September recherchiert und bearbeitet wurde.

Flashtest
Können Sie die Animation oben sehen? Wenn ja, dann ist der Flash Player bei Ihnen installiert. Sie benötigen ihn, um Beiträge in unserer Rubrik "Webstories" in vollem Umfang betrachten zu können.
Download Flash Player
Web-Köpfe
In unserer Serie stellen wir Macher journalistischer Websites vor.
zur Serie
Aus den Ressorts
Webwatch: Relaunch bei MSNBC.com - Aus alten Fehlern lernen
Praxis: Ressourcen für Journalisten - Alle Links zum Rest der Welt
Aus- und Fortbildung: Bestandsaufnahme - Ausbildung für den Online- Journalismus im Jahr 2003
Forschung: Delphi- Studie bringt prozentgenaue Prognose zum Online- Publishing
Buchtipps: Videojournalismus - Die digitale Revolution?
 
 

nach oben