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METRORAPID 14.07.2002
Magnetbahn in der Schwebe
Von Email an Sven Kauffelt sendenSven Kauffelt
und Email an Roman Mischel sendenRoman Mischel | externer LinkHomepage
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Der geplante Bau der Metrorapid-Strecke von Dortmund nach Düsseldorf stößt auf wenig Gegenliebe. Von der SPD-Landesregierung und der Industrie wird das Projekt forciert – gegen den Willen von Opposition und der Mehrheit bei der Deutschen Bahn. Die Befürworter sehen gar "Quantensprünge" (NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement) für den Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Die Gegner schrecken vor allem die Kosten und der fragwürdige Nutzen.

Die Magnetschwebebahn soll das Ruhrgebiet von Duisburg bis Dortmund miteinander verbinden. Eine Südanbindung nach Köln ist geplant. (Bild: NRW)

Hinweis: Statt statischer Fotos verwenden wir in diesem Beitrag interaktive Bilder. Auf dem Campus der Universität Dortmund haben wir Studierende gefragt, was sie vom Projekt Metrorapid halten. Sehen und hören Sie!

Für Wolfgang Clement ist die Sache klar. Er will den Transrapid. Unbedingt. Die Magnetschwebebahn sei "ein Quantensprung bei der Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs in NRW" ließ der Ministerpräsident verlauten. Anhand einer von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie sei die Realisierung nachgewiesen worden. Die Gesamtkosten der Strecke von Dortmund über Bochum, Essen, Mülheim und Duisburg bis zum Düsseldorfer Flughafen werden darin mit 3,2 Milliarden Euro veranschlagt. 1,75 Milliarden Euro sind aus Bundesmitteln als Zuschuss zugesagt worden. Dies habe "Klarheit über die Finanzierung geschaffen", sagte Clement.

Das dies keineswegs so ist, darüber besteht mittlerweile kein Zweifel. Denn woher der Rest des Geldes kommen soll, ist nach wie vor unklar. Bis heute ist kein privater Investor gefunden worden, der das Prestigeobjekt mitfinanziert. Zudem wurde auch Kritik an der Machbarkeitsstudie an sich laut. Nach der Studie würden jährlich bis zu 35 Millionen Passagiere den Metrorapid zwischen Dortmund und Düsseldorf nutzen. Beobachter wunderten sich dabei jedoch, dass die Fahrgastprognose kurz vor Erscheinen der Studie um 30 Prozent nach oben korrigiert wurde.

Die Kritiker haben sich vor allem auf die Frage eingeschossen, inwieweit der Transrapid überhaupt von Nutzen ist. An der Spitze der Transrapid-Gegner drängt vor allem – wie erwartet – die CDU in NRW. "Dieses Projekt ist finanzpolitisch unverantwortlich und verkehrspolitisch fragwürdig", bilanziert CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rüttgers. Mit seinem Urteil steht er nicht alleine da.

So bekommt die CDU Schützenhilfe direkt aus dem Unternehmen, dass den Transrapid betreiben soll – der Deutschen Bahn. Norbert Hansen, Chef der Bahngewerkschaft und in dieser Eigenschaft auch Sprecher für die 240.000 Bahner in Deutschland gab dem Transrapid ein vernichtendes Urteil: "Der Metrorapid ist verkehrspolitisch unsinnig, und deshalb schlagen wir von Transnet vor, die vorgesehenen Gelder in die Schieneninfrastruktur zu investieren." Damit stellt sich die Gewerkschaft gegen Bahnchef Hartmut Mehdorn, der an der Seite von Wolfgang Clement für den Transrapid wirbt.

Die Fronten sind also nach wie vor verhärtet. Dennoch soll die hochmoderne Magnetbahn aus dem Hause ThyssenKrupp bis 2006 fertig sein. Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft soll sich Nordrhein-Westfalen dann als hochmoderner Hightech-Standort präsentieren. Doch selbst die ins Auge gefassten Zeitpläne werden angezweifelt. "Ob der Transrapid bis zur Weltmeisterschaft fertig sein wird, mag ich mal bezweifeln, weil das eigentlich kaum zu schaffen sein wird", sagt Diplom-Ingenieur Michael Frehn, Dozent im Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund.

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