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Bewegtbilder via Internet sind ein Wachstumssektor, meint
Barak Matzkevich. Bei der Nachrichtenagentur Reuters ist er
als Manager für die Entwicklung des Bereichs Online-Video
zuständig. Matzkevich schildert im Interview mit onlinejournalismus.de
die Zukunft von Streaming Media und interaktiven Services
bei Reuters.
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| Bilder in Fernsehqualität
via Internet sind bis dato noch Zukunftsmusik. Weil
die Übertragungsbandbreiten für die immensen
Datenmengen noch nicht ausreichen, müssen sich
User noch mit Bewegtbildern in Briefmarkengröße
zufrieden geben. (Foto: Mischel) |
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Was fällt bei Reuters unter den Bereich Online-Video?
Das Kerngeschäft von Reuters als größter
Nachrichtenagentur der Welt ist weiterhin die Versorgung von
Rundfunkanstalten und Fernsehsendern mit
Bildmaterial für ihre Nachrichten. Diese Kunden bearbeiten
das Rohmaterial natürlich auch für ihre Online-Plattformen.
Kunden, die nicht über die entsprechenden Kapazitäten
zur redaktionellen Bearbeitung verfügen, können
von uns sendefertige Videos für den Online-Bereich beziehen.
Wir bieten englischsprachige Berichterstattung in den Channels
allgemeine Nachrichten, Finanzen, Entertainment und Gesundheit.
Diese Services werden in verschiedenen Bitraten und Formaten
angeboten, damit sie an die verschiedenen Übertragungsbandbreiten
und Plattformen angepaßt werden können.
Wer bezieht diese sende- bzw. streamfertigen Online-Videos?
Zu unseren Kunden gehören Portale mit starken Markennamen
wie Yahoo!,
Terra
Lycos und andere. Sie bieten ihren Nutzern unsere Videos
meist im Zusammenhang mit anderen Text- und Grafik-Services
von Reuters an. Immer mehr Breitband-Portale erkennen, wie
wichtig gute Online-Videos sind und zeigen Interesse an der
Lizenzierung unseres Contents. Ich bin überzeugt, dass
sie ebenso erfolgreich wie herkömmliche Portale sein
werden, sobald die Breitband-Zugänge verbreiteter sind.
Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie im Streaming-Bereich
zu kämpfen? Was funktioniert nicht?
Wir haben erkannt, dass Online-Video den Massenmarkt ansprechen
muss. Einige unserer Finanz-Video-Angebote sprechen eher ein
beschränktes Publikum an. Das Interesse an unseren Angeboten
in diesem Bereich hat außerdem unter der allgemeinen
Abwärtsspirale der Finanzmärkte gelitten. Wir müssen
daher unserer Engagement in diesem Bereich generell überprüfen.
Wie stellen sich ihre Wettbewerber Bloomberg und CNN in
Sachen Online-Video an?
CNN
und Bloomberg
haben eine starke Stellung als Marken, und ich denke, dass
sich das auch auf ihre Online-Video-Angebote überträgt.
Reuters konzentriert sich auf Kunden, die unsere Angebote
nutzen wollen, um ihre eigene Marke zu stärken. Wir wollen
stärker ins B2B2C-Business, während CNN und Bloomberg
sich mit ihren Angeboten direkt an die Endnutzer wenden.
Welche Bedeutung hat die Internet-Abteilung innerhalb
von Reuters?
Das gesamte Online-Segment also Nachrichtenangebote
als Text, Grafik und Video ist der Bereich mit dem
höchsten Wachstumspotential innerhalb von Reuters Media.
Angesichts der steigenden Verbreitung von Digitalfernsehen,
PDAs und 2.5G-Mobiltelefonen der neuen Generation werden wir
unsere künftige Strategie auf unterschiedliche Endgeräte
ausrichten. Wir werden interaktive Inhalte anbieten, die jeweils
auf ein spezielles Endgerät ausgelegt sind, sich aber
auch auf einer Reihe anderer Endgeräte nutzen lassen.
Sie haben das Stichwort Digitalfernsehen genannt. Dort
sind auch interaktive Anwendungen möglich, ähnlich
wie im WWW. Können Sie sich vorstellen, dass Reuters
auch in diesem Bereich interaktive Inhalte anbieten wird?
Definitiv. Wir bieten ja bereits heute interaktive Grafik-Pakete
an, um aktuelle Ereignisse im Nachrichtenbereich zu visualisieren,
etwa zum Kampf gegen Terrorismus oder Sportveranstaltungen.
Wenn die zum Empfang von Digitalfernsehen benötigten
Set-Top-Boxen unter dem neuen MHP-Standard solche Anwendungen
übertragen können, werden wir diese Inhalte auch
für das Fernsehen anbieten.
Das Interview erschien zuerst auf der Plattform Europemedia.net.
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