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ONLINE-VIDEO: 04.09.2002
"Das größte Wachstumspotenzial"
Von Email an Fiete Stegers sendenFiete Stegers | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Bewegtbilder via Internet sind ein Wachstumssektor, meint Barak Matzkevich. Bei der Nachrichtenagentur Reuters ist er als Manager für die Entwicklung des Bereichs Online-Video zuständig. Matzkevich schildert im Interview mit onlinejournalismus.de die Zukunft von Streaming Media und interaktiven Services bei Reuters.

Bilder in Fernsehqualität via Internet sind bis dato noch Zukunftsmusik. Weil die Übertragungsbandbreiten für die immensen Datenmengen noch nicht ausreichen, müssen sich User noch mit Bewegtbildern in Briefmarkengröße zufrieden geben. (Foto: Mischel)

Was fällt bei Reuters unter den Bereich Online-Video?

Das Kerngeschäft von Reuters als größter Nachrichtenagentur der Welt ist weiterhin die Versorgung von Rundfunkanstalten und Fernsehsendern mit
Bildmaterial für ihre Nachrichten. Diese Kunden bearbeiten das Rohmaterial natürlich auch für ihre Online-Plattformen. Kunden, die nicht über die entsprechenden Kapazitäten zur redaktionellen Bearbeitung verfügen, können von uns sendefertige Videos für den Online-Bereich beziehen. Wir bieten englischsprachige Berichterstattung in den Channels allgemeine Nachrichten, Finanzen, Entertainment und Gesundheit. Diese Services werden in verschiedenen Bitraten und Formaten angeboten, damit sie an die verschiedenen Übertragungsbandbreiten und Plattformen angepaßt werden können.

Wer bezieht diese sende- bzw. streamfertigen Online-Videos?

Zu unseren Kunden gehören Portale mit starken Markennamen wie externer LinkYahoo!, externer LinkTerra Lycos und andere. Sie bieten ihren Nutzern unsere Videos meist im Zusammenhang mit anderen Text- und Grafik-Services von Reuters an. Immer mehr Breitband-Portale erkennen, wie wichtig gute Online-Videos sind und zeigen Interesse an der Lizenzierung unseres Contents. Ich bin überzeugt, dass sie ebenso erfolgreich wie herkömmliche Portale sein werden, sobald die Breitband-Zugänge verbreiteter sind.

Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie im Streaming-Bereich zu kämpfen? Was funktioniert nicht?

Wir haben erkannt, dass Online-Video den Massenmarkt ansprechen muss. Einige unserer Finanz-Video-Angebote sprechen eher ein beschränktes Publikum an. Das Interesse an unseren Angeboten in diesem Bereich hat außerdem unter der allgemeinen Abwärtsspirale der Finanzmärkte gelitten. Wir müssen daher unserer Engagement in diesem Bereich generell überprüfen.

Wie stellen sich ihre Wettbewerber Bloomberg und CNN in Sachen Online-Video an?

externer LinkCNN und externer LinkBloomberg haben eine starke Stellung als Marken, und ich denke, dass sich das auch auf ihre Online-Video-Angebote überträgt. Reuters konzentriert sich auf Kunden, die unsere Angebote nutzen wollen, um ihre eigene Marke zu stärken. Wir wollen stärker ins B2B2C-Business, während CNN und Bloomberg sich mit ihren Angeboten direkt an die Endnutzer wenden.

Welche Bedeutung hat die Internet-Abteilung innerhalb von Reuters?

Das gesamte Online-Segment – also Nachrichtenangebote als Text, Grafik und Video – ist der Bereich mit dem höchsten Wachstumspotential innerhalb von Reuters Media. Angesichts der steigenden Verbreitung von Digitalfernsehen, PDAs und 2.5G-Mobiltelefonen der neuen Generation werden wir unsere künftige Strategie auf unterschiedliche Endgeräte ausrichten. Wir werden interaktive Inhalte anbieten, die jeweils auf ein spezielles Endgerät ausgelegt sind, sich aber auch auf einer Reihe anderer Endgeräte nutzen lassen.

Sie haben das Stichwort Digitalfernsehen genannt. Dort sind auch interaktive Anwendungen möglich, ähnlich wie im WWW. Können Sie sich vorstellen, dass Reuters auch in diesem Bereich interaktive Inhalte anbieten wird?

Definitiv. Wir bieten ja bereits heute interaktive Grafik-Pakete an, um aktuelle Ereignisse im Nachrichtenbereich zu visualisieren, etwa zum Kampf gegen Terrorismus oder Sportveranstaltungen. Wenn die zum Empfang von Digitalfernsehen benötigten Set-Top-Boxen unter dem neuen MHP-Standard solche Anwendungen übertragen können, werden wir diese Inhalte auch für das Fernsehen anbieten.

Das Interview erschien zuerst auf der Plattform externer LinkEuropemedia.net.

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