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SCHLAGZEILE, TEASER, HYPERLINK 10.09.2003
Texten fürs Web (2)
Von Email an Stefan Heijnk sendenStefan Heijnk | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

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Wie lang darf er sein?

Jeder weiß es wohl aus eigener Erfahrung: Das Lesen von Texten am Bildschirm ist anstrengender als das Lesen von Texten auf Papier. Spätestens seit 1997, als der Usability-Forscher Jakob Nielsen seine vielzitierte Studie mit dem Titel [externer Link]Wie User im Web lesen veröffentlichte, ist bekannt, dass das Lesen einer definierten Textmenge am Monitor (im Vergleich zum Papier) 25 Prozent mehr Zeit verbraucht. Ausgedehnte Lese-Intervalle dürften am Monitor vermutlich eher die Ausnahme sein; allenfalls bei hohem persönlichen Ausgangsinteresse sind Webnutzer bereit, auch längere Textangebote gleich am Bildschirm zu rezipieren.

Stefan Heijnk arbeitet als Journalist, Medienberater und Texttrainer. Außerdem ist der Autor des Buches [interner Link]Texten fürs Web Geschäftsführer des [externer Link]Medienkontors Heijnk. (Foto: privat)

Im Normalfall werden längere Texte jedoch ausgedruckt und offline gelesen. Eigene Studien zur Relation von Textlänge und Ausdruckverhalten gibt es zwar nicht, interne Logfile-Daten liefern aber zumindest Indizien für sinnvolle Maximallängen. In einem großen deutschen Online- Nachrichtenangebot beispielsweise werden Texte ab einer Länge von mehr als 5000 Zeichen standardmäßig mittig geteilt und auf zwei HTML-Seiten gestellt, also als Doppelpack publiziert. Die internen Auswertungen zeigen: Die Abbrecherquote am Ende der ersten Seite liegt durchschnittlich bei 75 Prozent.

Weniger ist also auch hier mehr: Als Daumenregel im Webpublishing gilt, nie mehr als 3500 Zeichen auf eine HTML-Seite zu stellen – etwa so viel wie auf eine Zeitschriftenseite passt. Damit bei den Doppelpack-Texten trotz des frühzeitigen Online-Lektüreabbruchs wenigstens noch eine zweite PageImpression einkassiert werden kann, ist eine Druckversion des Gesamttextes ein Muss.

Multimedia für Printtexte

Von originärem Online-Journalismus kann erst dann gesprochen werden, wenn die publizierten Inhalte in anderen Mediengattungen nicht reproduziert werden können. Multimedia-Komponenten sind deshalb ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Printtexte mediengerecht fürs Web aufzubereiten. Wichtig ist hier das Stichwort "technische Zielgruppenorientierung". Das heißt: Multimedia-Publikation setzt die Kenntnis der technischen Ausstattung auf Seiten der Nutzer voraus.

Mit Hilfe von Logfile-Daten lässt sich ohne weiteres herausfinden, in welcher Häufigkeit die zum Abspielen von Multimedia erforderlichen Zusatzprogramme ("Plug-Ins") auf den Rechnern der eigenen Zielgruppe installiert sind. Und wem in seiner Redaktion keine redaktionellen Ressourcen für die Multimedia-Produktion zur Verfügung stehen, kann sich wiederum der Hyperlinks bedienen: Wohl zu jedem Thema lässt sich im Web ein passendes Video oder Audio-Dokument, eine passende Grafimation oder 3D-Komponente finden.

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Der Beitrag ist zuerst erschienen in der Medienzeitschrift externer Linkjournalist (Ausgabe 8/2003).

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