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Die im folgenden Artikel vorgestellten Links dienen dem
Zweck, das alltägliche
Arbeiten leichter zu machen, aber auch, parallel zum täglichen
Brot, den Blick für das Ganze zu schärfen: dafür,
wie Medien funktionieren.
Journalisten sind Allesfresser
Kein Thema, das keine Story
in sich trägt, kein Anlass,
zu dem sich nicht etwas erfinden oder erinnern ließe,
kein Fachgebiet, das den Menschen nicht (neu) zu erklären
wäre, kein Fakt, keine Statistik ohne Relevanz, keine
Zeile ohne Zeilenhonorar. Für Allesfresser ist das
Internet wie geschaffen: Themen, Anlässe, Fachgebiete,
Statistiken, Texte und Bilder ohne Grenzen.
Selbst wer nur mit Google arbeitet,
wird in der Regel für
die Arbeit fündig, kann jeden Tag aufs Neue Themen entdecken,
Entwicklungen verfolgen, Fakten verifizieren oder einfach
nur den Aufgang der Sonne in den Zeitzonen der Erde verfolgen.
Wer die Google-News nutzt
und dort sein Spezialthema als Suchobjekt indexiert hat,
dem entgeht eigentlich kaum noch eine Story.
Google selbst und der Heise-
Verlag geben hierzu schlaue Tipps,
wie man individuelle Seiten über Google erschließbar
macht und auch diverse Googlehacks helfen weiter.
Aber natürlich gibt es zahlreiche andere Suchmaschinen
(Überblick bei suchfibel.de oder searchenginewatch.com),
und oft auch intelligentere Verfahren, das Netz nutzen, mit
und in ihm zu arbeiten.
Die hier vorgestellten Links dienen dem Zweck, das alltägliche
Arbeiten leichter zu machen, aber auch, parallel zum täglichen
Brot, den Blick für das Ganze zu schärfen: dafür,
wie Medien funktionieren.
Als Zeilenschinder lassen sich natürlich auch mit diesem
Thema ganze Bücher füllen, aber
ich werde versuchen, der Welt im Web anhand von rund 50
wesentlichen Destinationen für Journalisten (und solche,
die es werden wollen) auf die Schliche zu kommen:
Erstaunlich I: die wesentlichen Nutz-Sites sind keine fetten
Internetpräsenzen mit
labyrinthischen Navigationswegen, sondern eher schlichte
URL-Entwürfe, manchmal sogar wirkliche "single
pages": schnell aufzurufen, schnell zu nutzen und ebenso
schnell wieder zu verlassen.
Erstaunlich II: trotz aller Stiftungen, Hochschulen und
Portalansätze sind es hierzulande
die Websites von Privatleuten, die uns die besten Ressourcen
erschließen; als sei ein wie auch immer gearteter redaktionell
oder auch wissenschaftlich diskursiver Prozess des Bestimmens
solcher Ressourcen von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Oder anders: nur Einzelkämpfer scheinen all das verdauen
zu können, was das Netz so
an Futter bietet. Die notwendige Fokussierung und Verdichtung
ist bislang wohl eher
kein demokratischer Prozess.
One-Man-Shows und Super-Sites
An der Spitzesteht ohne Zweifel Jonathan Dube, der mit seinem
Cyberjournalist
SuperSearch eigentlich all das bietet, was man im Alltag für die
Arbeit so braucht.
Sein Suchtool ist keine endlostiefe Website, sondern eine
einzige Oberfläche, über die man auf alle Quellen
zugreifen kann, die das Herz begehrt und der Kopf sich so
vorstellen kann: die großen (US-)Nachrichten-Sites,
ebenso zahlreiche "specialty news sites",
aber auch konventionelle Werkzeuge der Netzerschließung
wie Google oder Yahoo.
Nachschlagewerke wie Britannica, Reference
Desk, ein Wörterbuch
und Thesaurus, die Zitatensammlung von Barlett, ein medizinisches
Wörterbuch, die InternetMovie Database, eine Suchmaschine
für Zeitschriften, wirtschaftliche und rechtliche Quellen,
Statistiken der (amerikanischen) Bundesregierung, die nach
Ressorts ("beats") aufgebauten Reportertools
der Organisation Investigative Reporters and Editors ( IRE)
sowie die Ressortlinks von Powerreporting.com:
all das ist hier nur einen Klick weit entfernt.
Hinzu kommen praktischerweise Eingabefelder, um Adressen,
Telefonnummern, Email-Adressen und Internetdomains nachzuschlagen
sowie eine kleine, aber erstklassige Linkliste und Tipps
für
Online-Journalisten.
Dubes Website bietet darüber hinaus, in wunderbarer
Weise, eine Übersicht über
verschiedene Ansätze
zur Medienkonvergenz
einige sehr kluge Bemerkungen
und Artikelübersichten zum Thema
Weblogs als Journalismus sowie eine Sammlung mit gelungenen
Beispielen in einer Great
Work Gallery.
Nicht von ungefähr hat sich Jonathan Dube institutionell
unter das Dach des American
Press Institute begeben. Diese vorbildliche Nonprofit-Organisation
veröffentlicht
darüber hinaus zahlreiche Artikel
zur Medienentwicklung etwa zum Thema Newsblogging ("by
2021 citizens will produce 50 percent of the news peer-to-peer")
, bietet Mediennews (in Zusammenarbeit mit dem vorzüglichen
Angebot von
iwantmedia.com)
und veröffentlicht Newsletter.
Wesentlich reduzierter ist der Assignment
Editor.
Der Slogan "the Newsroom HomePage" ist keine Übertreibung:
hunderte von Print, TV und Radio- Newsquellen sind direkt
auf der Startseite verlinkt, außerdem gibt es
Verweise zu Politik, Wetter, Sport, Wirtschaft, Gesundheit
oder Entertainment, den PR-News von PR-Newswire und Businesswire,
den wichtigsten Suchmaschinen (auch für Fotos!), zu
Lexika und Expertennetzwerken.
Wem all das nicht reicht, kann direkt seinen favorisierten "Live
Police Scanner" ansteuern oder auch eine – hier
zu Lande dem Datenschutz zum Opfer fallenden – "Prisoner
Search".
Ein ähnlicher Schnellzugang findet
sich im deutschsprachigen Raum beim Jourweb.
Auch hier sind wesentliche Agenturmeldungen und Infozentralen
in der rechten Navigationsleiste
direkt verlinkt (mit Links zu internationalen Publikationen,
zu Archiven, Branchenverzeichnissen, Fahrplänen, Suchmaschinen
für Newsgoups, Domaininfos, Fotos etc.).
Ein Newsticker
mit dpa- Meldungen, eine Terminvorschau und -Themen-Specials
zur EU, zu Nahost, zum Irakkrieg und zur Agenda 2010 runden
das Angebot ab. Eine weitere, sehr intelligente Suchmaske
findet sich unter dem Navigationspunkt Recherche,
und auch die Sprungseite zu Medien ist
nützlich und
kann sich sehen lassen.
Ähnlich knapp arbeitet der Kanadier Julian Sher, der
Mann hinter JournalismNet.
Auch Sher zwingt die ganze Welt auf seine Startseite: "Find info/ find people
/find papers/ find facts"
Besonders zu emfehlen: die Links
zu alternativen Nachrichtenquellen, zu medienkritischen
Angeboten sowie die Hinweise
zu den US TV- und Radio- Archiven.
Wir wären unvollständig, wäre
hier nicht auch Matt Drudge mit seinem Drudge
Report erwähnt.
Eng fokussiert auf Nachrichten und Meinungen zu Nachrichten
finden sich hier direkte Links zu allen Meldungen von Reuters,
AP, AFP und UPI, zu den wesentlichen Tageszeitungen weltweit
sowie, nur durch die Autorennamen kenntlich gemacht, Links
zu allen wesentlichen Leitartiklern der Vereinigten Staaten.
"Reduce to the max" ist hier das Motto.
TV und Radio
Wem all das allzu printlastig ist, sei sauf zwei Sites verwiesen,
die
sich mit vor allem mit dem Themenfeld Radio und Fernsehen
beschäftigen.
Zuerst sei die Radio
and Televison News Director's Association and Foundation
(RTNDA) genannt. Die unprätentiöse
Site von Profis für Profis bietet
vor allem mit ihren "Newsroom Resources" einen
erstklassigen Service mt Links zu eher komplexen Themen wie
war
coverage, "sexual abuse by clergy", "bioterrorism", "9/11" sowie the
future of news online resources.
Und die Einführung für Fortgeschrittene,
wie man das Internet beim "news gathering" am
besten nutzt,
dies sogar inklusive eines interaktiven Trainingsangebots,
ist vorbildlich.
Weitere wesentliche Hinweise zu TV- Ressourcen bieten die
Kollegen von TV
Acres und wer es
eher wissenschaftlich braucht, wird bei den Film
and Television Resources der New Yorker New School University fündig.
Wer mehr über Radio per Internet wissen will, dem
sei der Radio and Internet Newsletter
von Kurt
Hanson empfohlen. Hanson und sein Team
monitoren nicht nur die einschlägige Szenerie,
sondern bieten unter accuradio.com gleich
selbst sehr spitz positionierte eigene Audio-Streaming-Services.
Und
wer zum Beispiel Cole Porter oder Gershwin liebt, ist bei "Swinging
Pop Standards" genau richtig.
Deutsche Einzelkämpfer
In Deutschland sind es, neben Jourweb und journalismus.com,
vor allem drei Einzelkämpfer und ein kluges Team, die
wesentliche Wegweiser und Werkzeuge für Journalisten
anbieten und so die Arbeit erleichtern.
Das Verzeichnis von journalistenlinks.de bietet direkte Links zu Nachrichten, Pressemitteilungen,
Stadtplänen, Gelben Seiten sowie Verweise auf fast
alle deutschsprachigen Publikationen. Auch der Große
Duden, die wesentlichen Suchmaschinen, Archive und weitere
Recherchehilfen sind
alle nur einen Klick weit weg.
Wer
tiefer in das Verzeichnis eintaucht, findet
Unterseiten mit knappen Beschreibungen der jeweiligen
Quellen, die von den Nutzern auch bewertet werden können.
Unmoderierte Userratings stoßen
dann aber doch schnell an ihre Grenzen, wenn Ziele wie "Weine
für Selbständige" und "toner24.net" im
Poll ganz vorne liegen.
Da sind die 238 Empfehlungen
der Redaktion doch wesentlich informativer.
Einzelkämpfer Numero Uno ist Malte Heynen, im Hauptberuf
"Galileo"-
Redakteur bei
Pro Sieben. Unter recherchetipps.de hat
er umfassende Sprungstellen zu zahlreichen Katalogen und Archiven,
zu Hintergrundwissen und Ressortthemen versammelt. Vor allem
die hier geleistete Recherche zu über das Internet zugänglichen
Archivquellen (und den dazu gehörenden "Archivdurchsuchungswerkzeugen")
ist vorbildlich.
Wer lieber Link-Listen liest, kann das bei der Sammlung,
die Burkhard Schröder unter burks.de veröffentlicht.
Vor allem die Links
zu Verbänden
und Organisationen und die allgemeinen
Medien- Links sind lohnenswert. Und wer sich für Lateinamerika interessiert,
findet hier ohnehin eine der besten deutschen Quellen.
Dritte One-Man-Show ist schließlich Berndt Schramka.
Der Hamburger Journalist und Ausbilder hat auf seiner Webpage vor allem in den
Bereichen "Journalismus", "Recherche
allgemein" und "Recherche
Politik" sehr hilfreiche Quellen und Zugänge
ausgegraben. Schramka war bis letztes Jahr stellvertretender
Leiter der
renommierten Hamburger "Henri-Nannen-Schule" für
Nachwuchsjournalisten und arbeitet
mittlerweile, wie so viele, als freier Berater und Autor.
Sonstige Quellen
Weitere wertvolle Hinweise zu gebührenfreien Datenbanken
finden sich unter internet-datenbanken.de,
wer nach Personen sucht, den bringt der Infobote
schnell ans Ziel, und wer sich vor allem mit "staatlichen"
Themen, mit Behörden,
Verwaltungen und Gebietskörperschaften etc. zu befassen
hat, der ist bei bund.de,
dem "Dienstleistungsportal
des Bundes", genau an der richtigen Stelle.
Brüsseler Labyrinthe
Einen ähnlich intelligenten Service für das ja
noch viel größere Labyrinth der Brüsseler
EU- Strukturen findet man auf deutsch vor allem im passend
bezeichneten "Dschungelbuch" von europa-digital sowie
unter der Rubrik EU
Websites.
Aber vor allem den Kollegen von brusselsreporter.org ist
das Unmögliche
gelungen: sie haben mit den European Journalist's Toolboxes
I und II einen
funktionierenden Wegweiser gebaut, der in der Regel direkt
auf die Pressestellen oder Pressedienste der jeweiligen
EU- (Unter-Unter-)-Organisation verlinkt. Die Site entsteht
in Kooperation mit dem European
JournalismCentre in Maastricht. Diese virtuelle Journalistenschule
erschließt zusätzliche
Europa-Quellen mit der Site EU
4 Journalists.
Das Centre bietet darüber hinaus mit seinen Reference
Tools, den "Training Tools" für die
Ausbildung sowie seiner Ressourcensammlung
eine alle wesentlichen internationalen Quellen abdeckende
Zusammenstellung von hohem Niveau. Eine systematische
Auswertung relevanter Medien-News rundet das Angebot sinnvoll ab.
Metajournalism oder: wozu Medien?
"The Real Nitty Gritty", also wesentliche
und substantielle Auseinandersetzungen mit dem Thema "Medien
und Gesellschaft", finden sich leider eher selten
im bundesdeutschen Netz-Bereich, sondern erneut vor allem
in
den USA.
Ohne in allzuviele Details zu gehen
seien hier drei vorbildliche Angebote genannt:
Da ist vor allem das Poynter
Institute in Florida mit der wohl wesentlichsten
Meta-Site zu den Themen Journalismus
und Ausbildung, Medienpolitik und Medienwirkung. "Everything
you need to be a better journalist" ist
ja keine ganz unbescheidene Behauptung, aber die Site hält
auf jeder Seite, was sie verspricht:
Hier publiziert Jim Romenesko, der Top-Spezialist der amerikanischen "media
watcher", seine einflußreiche tägliche
Kolumne zu aktuellen Themen der Medienberichterstattung, verlinkt
direkt
zu den wesentlichen
Medienscheibern des Landes, zu
Journalistenquellen und auch alternativen Nachrichtenquellen.
Poynters Linklisten zu
weiteren Quellen, Bibliographien und Ressourcen sind erstklassig
und umfassend; vor allem die Hinweise auf Themen rund um
Broadcast
Journalism und die Links zur Journalism
Libraries Bibliography sind sehr empfehlenswert.
Beeindruckend jedenfalls, was die, nach gängiger Meinung
doch vor allem profitorienierten Amerikaner, hier auf die
Beine stellen, um Journalisten zu helfen, einen guten Job
noch besser zu machen.
Die zweite wesentliche Ressource für Meta-Journalismus
ist mittlerweile schon ein Klassiker: die Website des Online
Journalism Review der Universität
von Südkalifornien. Themen rund um Journalismus, PR
und Kommunikationswissenschaften werden hier mit
viel Liebe zum Detail publiziert.
Das OJR diskutiert Themen wie Paid Content,
War-Blogging, enthält eine sonst ja eher seltene Auswertung
von Medienentwicklungen
in Japan,
beschäftigt sich ausführlich mit der Medien-
Konvergenz und betreibt, in einem anderen "look
and feel" und grasgrün-frisch gestartet,
auch die Website Onlinejournalism.com,
die sich explizit dem Ziel verschrieben hat "to bring
the public the most up-to-date, accurate, and interesting
information about the world of online journalism".
Nach Regionen und Themen aufgeteilt, mit einem Archivindex
am Fuß der Site schnell zu erschließen, in der
Regel in den Unterpunkten mit weiteren Links versehen, ist
diese grüne Site ein Ort, an dem man am liebsten ganze
Tage verbringen würde.
Unter der mittlerweile leider tief versteckten
Rubrik Online
News Resources in Europe findet dann
sogar onlinejournalismus.de Erwähnung.
Schließlich sei, als Dritter im Bunde, der Mediachannel erwähnt.
Die "media issues
supersite" definiert die selbst gestellte Aufgabe
ganz einfach: "As the media watch the world, we watch the
media".
Mehr als 1000 medieninteressierte
Gruppen und Einrichtungen tragen zum Gelingen
des Angebots bei. "The Global Network for Democratic Media" offeriert
einen daily
news dissector,
einen war
and peace monitor, verlinkt zu wesentlichen Medienressourcen,
und zu relevanten Ressortthemen ( issue
guides) wie Medien im Nahen Osten, Medien und Frauen,
Umweltthemen etc.
Die von den Kollegen herausgegebenen Newsletter schließlich
sind unverzichtbar für alle,
die wissen wollen, in welcher Medien-Maschinerie sie welches
Rädchen bewegen. Ein, zumindest für amerikanische
Verhältnisse,
geradezu linksradikales "Machwerk", das
sich
allerdings vor nichts und niemandem im weltweiten Web verstecken
muß.
The Matrix Revolutions
Schließlich: wer alle Berichterstattung ohnehin für
eine mehr oder weniger gelingende Verschwörung hält,
der kann bei Medialens alles finden, was die "distorted
vision of the corporate media" ausmacht
und wie man dies konterkariert.
Newswatch widmet
sich "news about the news" und
Themen wie "The Development of
War Propaganda" oder "Governmental Agitprop
Replace U.S. News".
Eine einschlägige und absolut seriöse
Linkliste (auf der gleichen Seite) zu anderen Watchdog-Gruppen
und
weiteren mainstream-basierten, aber auch alternativen Meta-Media-Sites
wie etwa den Alternative
Media Resources, dem International
Progressive Publications Network oder
zu Jay's
Leftist and Progressive Internet Resources Directory machen das Angebot perfekt.
Wer dann noch das vom Geist Mao Tse Tungs inspirierte Portal
Papertiger besucht,
das sich "Smashing the
Myths of the Information Industry" auf die Fahnen
geschrieben hat und dort die Links zu alternativen
Medien aufruft, der
dürfte dort all das finden, was der Mainstream mal gerne
unter den Tisch fallen lässt.
Best of the web
Seine Quellen kennen und ihnen vertrauen ist ja bekanntlich
oft zweierlei: wem also die
einzelkämperischen Drudges und die überall Verschwörung
witternden Papiertiger doch nicht ganz geheuer sind, der
sei hier auf die große journalistische Linkliste der
New York Times verwiesen:
Der CyberTimes
Navigator ist die Startseite von und für die Kollegen
im Newsroom der New York Times. Die versammelten Links, in
den Tiefen des Technologie-Ressorts
versteckt, sind laut eher bescheidener Selbstaussage "a
solid starting point for a wide range of journalistic functions";
alle Links sind kommentiert und auf Papier ausgedruckt umfasst
das Angebot neun Seiten mit dem "best of the web".
Die Weblinks der South Dakota State University
zu Thema Journalism
and Mass Communication Research hatten dagegen seit Juli
2003 zwar nur 71 Besucher,
aber das macht die hier angebotenen Links nicht weniger wertvoll:
Vor allem die Ressourcen zu Advertising ("Top 100 Campaigns",
"Early History of Advertising"), zu "Politics" und
die exzellent kommentierten Links zu nahezu allen wesentlichen
Journalistenressourcen ("Radio Locator", "Research
Resources for the Social Sciences", "Statistical
Resources on the Web", "National Institue
for Computer Assisted Reporting" etc.) machen
die Site für
den Schreiber dieser Zeilen zum einer der besten im Web.
Nachdenken über Medien: bei uns einfach "bah"?
"Metajournalism", hierzulande auch gerne
Medienkritik genannt, ist nicht gerade ein deutsches Lieblingsthema.
Im
Glashaus wird eben nicht gerne mit Steinen geworfen und
das Duopol Bild/Bertelsmann nutzt lieber seine vertikalen "Synergien"
als sich selber ständig in die Suppe zu spucken. Kaum ein
Blatt leistet sich noch seine eigene Medienseite mit Themen,
die mehr machen als die übliche Presse für Bohlens
Buch und neue Superstars.
Der wesentliche Fachdienst kress hat
sich hinter seiner Paidcontent-Strategie versteckt
und ist jetzt kostenpflichtig.
Wer also weder im Altpapier
der Netzeitung oder auf deren Medienseite
noch im Medienticker bei den Perlentauchern fündig
wird, der muss zur Selbsthilfe greifen:
kann sich, etwa bei Yahoo, die dort gesammelten Nachrichten
aus der Medienbranche
oder die TV-News bookmarken
oder sich beim opentextservice der
Deutschen Presseagentur für die einschlägigen
Verteiler anmelden, um Branchennews zu verfolgen und Pressemitteilungen
von der Quelle zu beziehen (schnell und komfortabel auch über
den Link auf der eher berufs-"praktischen" journalismus.com-Seite
zu erreichen).
Systematische und systematisierende Betrachtungen des Mediengeschehens,
Auseinandersetzungen gar zwischen Theoretikern und Praktikern
sind kaum verbreitet, und neben den ja sehr ehrenwerten alljährlichen
Ansätzen der Initiative
Nachrichtenaufklärung und den damit kooperierenden
Organisationen im Netzwerk
Recherche e.V. (mit einer knappen
aber
sehr guten Linkliste) ist das Thema weitgehend verwaist.
Immerhin: In der Journalisten-Diskussionsliste jonet kann
man plauschen was man will, aber hier steht eher die eigene
Arbeitssituation im Blickfeld als so etwas wie systematischer
Medienjournalismus,
auch wenn das Medienlog in der rechten Spalte der Homepage
eine gewisse Grundversorgung gewährleistet.
Keine relevante Stiftung nimmt sich richtig des
Themas an (ok, die Bertelsmänner haben jetzt sogar rausfinden
lassen, dass Google wohl auch in Zukunft ganz wichtig
und mächtig sein wird).
Immerhin hat das Hamburger
Zentrum für Medien und Medienkultur eine wesentliche Titelliste zur Medienwissenschaft erstellt,
die zwar etwas unglücklich
in der linken Navigation versteckt ist, aber, einmal gefunden,
einen anständigen Service bietet. Und auch der Medienkiosk bietet eine erfreulich knappe Einstiegseite
zum Themenbereich Medienwissenschaft, verlinkt vor allem
auch zur Virtuellen Bibliothek Medienwissenschaft sowie weiteren
medienwissenschaftlichen Institutionen.
Und wer ansonsten wissen will, was den gemeinen Medienwissenschafter
so umtreibt, wenn er nicht gerade die "Zeit" liest,
der ereicht über ucalgary.ca alle wesentlichen Fachpublikationen.
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