|
Newsletter sind ein ideales Instrument, um Nutzer schnell
und kompakt mit Nachrichten zu erreichen. Wer Newsletter
erfolgreich produzieren will, sollte einige Regeln beachten.
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
| Regelmäßig. Pünktlich. Nicht jeder weiß, worauf er sich da einlässt... (Bild:
ojour.de) |
|
 |
 |
 |
 |
Jeder Journalist hat sich schon über E-Mails geärgert.
Vor allem über die Flut unverlangter Werbung, die täglich
in das digitale Postfach schwemmt. Ärgerlich für
die Empfänger ist nicht zuletzt die Form, in der viele
elektronische Botschaften verschickt werden – leider
oft genug von Redaktionen oder Pressestellen. Makellos formatierte
und bebilderte Sendungen – wie der Absender glaubt – die
der Empfänger aber gar nicht entziffern kann. Oder riesige
Dateianhänge, deren Inhalte uninteressant sind, zuweilen
sogar gefährlich, wenn sie Viren enthalten.
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
ISSN-Eintrag
International Standard Serial Numbers (ISSN) werden auch für E-Mail-Newsletter vergeben. Man kann sie via Netz beantragen. Dazu muss die erste Ausgabe erschienen sein, Titel und vollständige Anbieterkennung sind mitzuteilen. Zuständig ist die Deutsche Bibliothek (Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main, Nationales ISSN-Zentrum für Deutschland, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main). issn@dbf.ddb.de
Die Deutsche Bibliothek speichert auf ihrem Archivserver DEPOSIT.DDB.DE außerdem Netzpublikationen. Wer seinen Newsletter archivieren lassen möchte, wendet sich an np-info@dbl.ddb.de (neue Bundesländer, Berlin und NRW) oder an np-info@dbf.ddb.de (alte Bundesländer außer NRW).
|
|
 |
 |
 |
 |
|
Dennoch: Electronic Mail ist die schnellste, effizienteste
und kostengünstigste Art, Informationen weiterzugeben.
Für die journalistische Arbeit eignen sich besonders
Newsletter. Die Nachrichten erreichen zielgenau eine definierte
Empfängergruppe: die Abonnenten. Schon das erweist sich
als Vorteil gegenüber einer Veröffentlichung im
World Wide Web. Ein E-Mail-Newsletter bietet die Möglichkeit,
dem User ein redaktionelles Angebot zu präsentieren.
Der Nutzer eines Webangebotes muss sich immer wieder aufs
Neue entscheiden, ob er die Website ansteuern will oder nicht.
Er muss sich also immer wieder erinnern. Einen Newsletter
muss er nur einmal bestellen. Ist er einmal in den Verteiler
aufgenommen, wird er regelmäßig mit den gewünschten
Informationen und Neuigkeiten beliefert.
Erfolgskriterien
Newsletter müssen sich in einem schwierigen Umfeld
bewähren. Denn die E-Mail-Briefkästen sind überfüllt.
Anbieter von Newslettern sollten daher einige Regeln beherzigen.
Das wichtigste Erfolgskriterium ist, wie bei jedem anderen
Medium, die inhaltliche Qualität. Eine weitere Anforderung:
die Funktionstauglichkeit. Denn genutzt wird nur das, was
den Empfänger in einfacher, verwertbarer Form erreicht.
Die Formel heißt: No use - no user! Daneben sind
drei weitere Faktoren für den Erfolg entscheidend: Bestellung,
Gestaltung und Versand.
Wer einen Newsletter abonniert, der bekommt noch mehr Mails
als bisher. Da scheut sich mancher User, sich in einen Verteiler
aufnehmen zu lassen. Die Entscheidung fällt ihm leichter,
wenn klar ist, worauf er sich mit der Bestellung einlässt.
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
E-Mail-Newsletter unterliegen nicht nur dem Presserecht, sondern auch dem Mediendienstestaatsvertrag (MDStV). Er legt die Pflichten der Anbieter fest: einen Verantwortlichen mit Namen und Adresse nennen, Datenschutzrichtlinien beachten und "durch technische und organisatorische Vorkehrungen sicherzustellen, dass der Nutzer seine Verbindung mit dem Diensteanbieter jederzeit abbrechen kann". |
|
 |
 |
 |
 |
|
Für jeden Newsletter sollte es mindestens eine Webseite
geben. Webseiten können von Suchmaschinen und Interessenten
gefunden werden. Auf diese Seite gehört ein Formular,
in das der Besteller seine Daten eingeben kann, und alle
Informationen über den Newsletter, die ihm diese Entscheidung
erleichtern.
Zum Versand braucht man nur die Mail-Adresse des Abonnenten.
Soll die Mail personalisiert werden, muss der potenzielle
Abonnent seinen Vor- und Nachnamen sowie sein Geschlecht
angeben. Er hat ein Recht darauf, zu erfahren, was mit seinen
Daten geschieht. Wer zusichert, Nutzerdaten nicht an Dritte
weiterzugeben, senkt die Hemmschwelle.
Auch sollte klar sein, wie häufig der Newsletter versandt
wird und welche Dateiformate dafür eingesetzt werden.
Reine Textmails, Mails im HTML-Format, Datei-Anhänge
(attachments)? Der Anbieter sollte sich dazu verbindlich äußern.
Empfehlenswert ist eine Demo-Ausgabe des Newsletters oder
noch besser ein Archiv, dass alle bisherigen Ausgaben im
Web recherchierbar macht. Schliesslich muss die Frage der
Abbestellung beantwortet sein: Eine simple E-Mail muss zum
Beenden des Abos reichen.
Wichtig für Akzeptanz: Der Newsletter darf nur an Empfänger
verschickt werden, die ihn tatsächlich bestellt haben.
Deswegen reicht eine einfache Bestellmail nicht aus. "Double
Opt-In" – die doppelte Zustimmung ist die einzig
akzeptable Bestellprozedur. Jeder neue Abonnent erhält
zunächst eine Begrüßungsmail mit der Bitte,
sein Abo nochmals zu bestätigen. Erst danach sollten
regelmäßig Mails verschickt werden. Newsletter-Anbieter
müssen diesen Mailverkehr archivieren.
Weniger ist mehr
Auch im grenzenlosen Web sind E-Mail-Newsletter ein Medium
mit (technischen) Barrieren. Was der Absender verschickt,
muss noch lange nicht den Empfänger erreichen. Nur reiner
Text kommt sicher an – alles andere ist risikoreich.
Deswegen sollte man sich auf das Nur-Text-Format beschränken.
Oder dieses Format zumindest alternativ anbieten und den
Empfänger entscheiden lassen, welches Mailformat er
bevorzugt.
Vor mehr als einem Jahr entstand in den USA der Text-E-Mail-Newsletter
Standard (TEN S), der Vorschläge und Empfehlungen zum
Thema abgibt (deutsche Übersetzung unter ude.de/ten).
So soll nach diesem Standard nur Fließtext verwendet
werden; auf Bilder und Grafiken soll verzichtet werden; Fettsatz
und Unterstreichungen sind ebenfalls zu vermeiden. Wer Wert
auf Gestaltung und Selbstdarstellung legt, der kann HTML-Mails
und Attachments anbieten. Er setzt sich aber einem hohen
Fehlerrisiko aus. Nach einer Untersuchung der
Firma Silverpop kommen 42 Prozent aller HTML-Mails fehlerhaft
an, davon sechs
Prozent als "nicht entzifferbar".
 |
 |
 |
 |
| Versand: |
- Das einzige, was sicher ankommt, ist reiner Text.
- Verteiler ins Feld BCC kopieren, nie in TO oder CC.
- Aussagekräftiges, konsistenes SUBJECT, ggfs. mit Datum oder Nummer
- Absenderadresse nie ändern. Keine Freemailer benutzen.
- Für große Newsletter Serienmailer verwenden.
Keine Attachments – ggfs. Downloads aus dem Web ermöglichen.
- TXT, RTF, PDF bevorzugen. Vorsicht vor MS-Office-Dateien.
- Große Dateien ggfs. komprimieren (zippen).
- Keine flapsige Anrede ("Hi, hallo").
|
|
|
 |
 |
 |
 |
Selbstverständlich darf und soll man im Newsletter
auf Links im Internet verweisen. Längere Artikel können
dort formatiert und bebildert angeboten werden, vielleicht
durch besondere Dokumentationen ergänzt. Der Vorteil:
Der Nutzer kann selbst entscheiden, welche Angebote er wahrnehmen
möchte. Verlinkungen sollten in jedem Fall mit "mailto:"
(für
E-Mails) oder mit "http://" (für Web-Adressen)
beginnen - damit sie in allen Mailprogrammen funktionieren.
Ein rechtliches Erfordernis ist es, jeden Newsletter mit
einem Impressum zu versehen und darin den Verantwortlichen
im Sinne des Presserechts und den Verantwortlichen nach dem
Mediendienste-Staatsvertrag (MDStV) zu nennen. Das geschieht üblicherweise
am Ende des Newsletters. Dort sollten auch die Kontaktdaten
der Redaktion sowie Hinweise zum Abbestellen genannt werden.
Lesen oder Löschen?
Ob ein Newsletter gelesen oder gelöscht wird – darüber
entscheidet die Betreffzeile (Subject) im Kopf des Mail-Programms.
Sie muss aussagekräftig und konsistent sein. Newsletter
müssen immer von derselben Adresse versandt werden,
das "Subject" sollte sie eindeutig kennzeichnen.
Grund: Viele Empfänger filtern ihre E-Mails nach bestimmten
Kriterien und leiten manche gleich in den Papierkorb weiter.
Die Mailadressen der Empfänger dürfen niemals
im To- und im Cc-Feld der Newsletter auftauchen. Jeder könnte
sie dort lesen, angehen tun sie niemanden etwas.
Schließlich gilt es noch, Spam-Filter zu umgehen.
Newsletter dürfen nie von unsicheren Servern verschickt
werden, die auch für Spamversand genutzt werden. Es
gibt inzwischen internationale Sperrlisten für solche
Müllschleudern; viele Server nehmen keine Mails mehr
von dort aufgeführten Servern an (ob ein Newsletter
von - lokal installierten - Filtern für
Spam gehalten wird, kann man hier testen).
Die Perfektion liegt in der Reduktion: Einfache Textmails
mit Links, keine Attachments, Beschränkung auf das Wesentliche.
So sollen Newsletter im Multimedia-Zeitalter aussehen. Denn
nur eine Nachricht, die ankommt, hat eine Chance, gelesen
zu werden.
Andreas K. Bittner ist freier Journalist und Fachausschusssprecher
Online beim DJV-Landesverband Bremen. Albrecht Ude arbeitet
als Journalist, Rechercheur und Administrator in Berlin.
|