| BARRIEREFREIHEIT |
11.01.2005 |
| 4. Gibt es verlässliche Testverfahren, einen TÜV oder amtliche Zertifikate? |
Von Andreas K. Bittner |
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Barrierefreiheit ist derzeit ein Modethema, mit dem sich Geld verdienen lässt. Hauptgrund: die allgemeine Verunsicherung. Dabei gibt es eine wachsende Zahl von Testverfahren, die jedoch alle nur Teilaspekte abprüfen können. Zufriedenstellendere Ergebnisse liefert ein kombiniertes Verfahren aus automatisierter und manueller Prüfung.
Ergänzt um den "informierten Augenschein" des Accessibility-Experten. Nur so können kontinuierliche Qualitätssicherung und ein schrittweiser Abbau von Barrieren unterstützt werden. Noch mal: Totale Freiheit von Barrieren, Rechtssicherheit oder gar die zertifizierte Barrierefreiheit kann kein Prüfverfahren leisten. Dennoch werden zunehmend Gütesiegel und Barrierefreiheits-Zertifikate "verliehen". Zum Teil gegen horrende Gebühren.
Warum diese Praxis aus unserer Sicht abzulehnen
ist:
- Die BITV enthält keinen Prüfleitfaden. Es gibt keinen amtlichen Barriere-TÜV.
> Konsequenz: Damit kann es auch keine rechtssichere Zertifizierung geben.
- Die BITV ist veraltet und enthält viele Widersprüche. Nutzer und Nutzungskontexte sind extrem unterschiedlich. Individuelle Einschränkungen sind zu vielfältig.
> Konsequenz: Selbst bei bestem Willen und vorbildlichem Einsatz ist absolute Barrierefreiheit nicht zu erzielen.
- Das Internet ist ein extrem innovatives, dynamisches Medium.
> Konsequenz: Ein Testergebnis kann immer nur eine Momentaufnahme sein.
- Eine Website speist sich aus unterschiedlichsten Quellen, die vom Anbieter nicht immer beeinflussbar sind. Beispiele: Externe Content-Lieferanten, Tarifrechner, Spiele oder Werbung. Außerdem ist heute kein Redaktionsystem (CMS) in der Lage, barrierefreie Dokumente zu erzeugen. Hinzu kommt der menschliche Faktor. Der Online-Redakteur als Barrikadenbauer.
> Konsequenz: Die Ursache vieler Regelverstöße liegt gar nicht beim Anbieter selbst.
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Und was kostet das alles?
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