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BARRIEREFREIHEIT 11.01.2005
6. Welche konkreten Vorteile bietet Barrierefreiheit?
Von Email an Roman Mischel sendenAndreas K. Bittner Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Kurz und knapp: Bessere allgemeine Zugänglichkeit, Offenheit für unterschiedliche Nutzer, Nutzungskontexte und Endgeräte, Vorwegnahme potentieller rechtlicher Regelungen für den Privatsektor (Stichwort: Zivilrechtliches Anti-Diskriminierungsgesetz).

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Und nicht zuletzt: Reichweitenmaximierung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Während die einen vom profitablen Silver Surfer träumen, mahnen die anderen, dass behinderte Menschen die Avantgarde einer alternden Gesellschaft sind.

Und was hat mit Barrierefreiheit mit Suchmaschinenoptimierung zu tun?

Viel: Denn jeder Internetnutzer hat einen "behinderten Freund". Google! Die Suchmaschine ist blind und taub, sie spricht keine Sprache. Gegen Googles Grundgesetz verstoßen Pop-Ups, Flash-Intros und Frames. Dagegen werden klare Strukturen und semantisch korrekte Auszeichnungen (etwa Überschriften mit H1) und Metainformationen honoriert. Barrierearme Seiten werden besser und von mehr Menschen gefunden!

Um so erstaunlicher, dass Inhalteanbieter und -produzenten sich kaum mit dem Thema befassen

Die wenigsten Medienhäuser, Online-Publikationen oder -journalisten scheinen dem Thema bislang größere Bedeutung beizumessen. onlinejournalismus.de liefert sogar keinen einzigen relevanten Treffer (Anm. d. Red.: jetzt schon! :-). djv.de listet immerhin drei Meldungen, die sich auf die höchst umstrittene Stellungnahme des Städte- und Gemeindebundes NRW zur BITV beziehen.

Ein umfangreicher Test der Internetangebote von 14 großen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen, führte zu enttäuschenden Ergebnissen. Nur wenige Angebote kümmern sich um Barrierefreiheit. Manche beabsichtigen dies auch in Zukunft nicht (siehe: externer Linkhier). Dabei erscheinen digitale Inhalte längst nicht mehr nur auf 19-Zoll-Monitoren am Schreibtisch. Sie werden nicht nur von scharfäugigen Mausvirtuosen mit schneller DSL-Anbindung genutzt.

Ausgabegeräte und Nutzungssituationen werden immer vielfältiger. Quasi nebenbei schafft barrierefreie Web-Entwicklung beste Voraussetzungen für medienneutrales Publizieren auf kleinen Displays, Mobiltelefonen und zunehmend verbreiteten Zugangsarten in Zug, Auto oder Flugzeug. Kurzum: Mehr Reichweite. Mehr Publikum. Mehr Leser.

Barrierefreiheit ist derzeit noch die Domäne engagierter Web-Entwicklern und fundamentalistischer BITV-Tüftler. Diese arbeiten sich langsam durch den Verordnungsdschungel - und sind beim letzten Prüfpunkt angelangt. Hier geht es nicht mehr um sauberen Code oder assistive Technologien, sondern um qualitativ-subjektive Aspekte. Das Gesetz fordert klare und einfache Sprache. Schon sind die ersten EU-Forschungsgelder bewilligt worden, um auch diesen Aspekt maschinenprüfbar zu machen – mittels künstlicher Intelligenz!

Die Web-Techniker schwadronieren derweil über Textqualität, wollen den Duden als (einzige) Referenz zulassen oder Dialekt verbieten. Grund: Das versteht die Vorlesesoftware nicht! Endlose Diskussionen werden über die Formulierung von Alternativtexten geführt, die jeder visuellen Information zwingend beizufügen sind. Also: Wie sollen Stimmungsbilder oder Infographiken im Web beschrieben werden? Ausufernde Debatten zur korrekten Eindeutschung von „Sitemap“ oder der Frage, ob „Browser“ ein Fremdwort sei, füllen die Foren.

Trotz der berechtigten Forderungen nach weniger Barrieren im Netz: Nicht die Verordnung, sondern der Informationsanbieter bestimmt über Inhalte und Formulierungen. Selbstverständlich kann er dabei kompetente Unterstützung gebrauchen. Von ausgebildeten Textern und Onlinejournalisten!

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Rechtliche Hintergründe und Grundlagen,
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