| WEBLOGS VON JOURNALISTEN |
26.07.2004 |
| Warblogs: nah dran und persönlich |
Von Tobias
Rabe | Homepage |
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Durch den Irakkrieg gewannen Weblogs von Journalisten enorm an Bedeutung. Viele Amerikaner nutzten die so genannten Warblogs, um sich abseits der geglätteten Berichte patriotisch gefärbter Großmedien zu informieren.
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| Während des
Irakkrieges waren einige Reporter als "embedded
journalists" mit den amerikanischen Truppen
unterwegs und berichteten in Form eines Weblogs.
(Foto: privat) |
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Warblogs sind vor allem in den Vereinigten Staaten ein großer Erfolg. Der Name ist allerdings etwas irreführend, denn viele der so bezeichneten Seiten entstanden bereits als Reaktion auf die Terroranschläge des 11. September.
Auch renommierte angelsächsische Medienunternehmen erkannten
die gestiegene Bedeutung der Internet-Journale und versuchten
auf den Weblog-Zug aufzuspringen. So verfassten ein Journalist
und ein Menschenrechtsaktivist täglich für den britischen
Guardian
ihre Berichte. Auch die BBC ließ ihre eingebetteten
Journalisten ein
"Reporter´s
Log" führen.
CNN stoppte Warblogger
Probleme mit seinem Arbeitgeber bekam CNN-Korrespondent Kevin
Sites. Auch er war beruflich im Irak, führte sein
sehr ausführliches Weblog jedoch privat. Kurz nach
Ausbruch des Krieges wurde er von seinem Arbeitgeber aufgefordert,
das Weblog einzustellen. Der Vorgang löste in der Blogosphäre
große Empörung aus. Zumal Sites durch kurze Audiofiles
vom Satellitentelefon mehr als andere bot. Besser erging es
Stuart Hughes von der BBC, der unter
stuarthughes.blogspot.com
auch privat Berichte und Bilder aus dem Norden des Krisengebiets
publizieren durfte.
Irakkrieg exklusiv für 43 Dollar
Noch mehr Aufmerksamkeit zog der freie Journalist Christopher
Allbritton auf sich, der auf eigene Faust in den Irak reiste,
um vor Ort sein Back-to-Iraq-Blog
zu schreiben. Finanziert wurde der Trip allein durch Spendengelder
seiner Leser. Durchschnittlich gab jeder der 316 Spender 43
Dollar, insgesamt nahm der Journalist rund 14.000 Dollar ein.
Damit konnte er mit Satellitentelefon, robustem Laptop und
einer stabilen Digitalkamera vier Wochen aus dem Krisengebiet
berichten.
Von New York aus flog Allbritton bis Ankara, von dort ließ
er sich mit Hilfe von kurdischen Schleusern in den Nordirak
bringen. Die spendablen User sollten Exklusiv-Fotos und -Berichte
vom Krieg per Mail, lange bevor das Material im Internet veröffentlicht
wurde, bekommen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Allbritton
lieferte Bilder aus allernächster Nähe. Er dokumentierte
den Sturm auf Kirkuk, wo er sogar unter Beschuss geriet, und
fotografierte Plünderungen in Saddams Palästen aus
nächster Nähe. Noch wichtiger aber: Er zeigte die
Proteste der Einheimischen gegenüber den amerikanischen
Besatzungskräften.
Politische Themen werden wichtiger
Die Warblogs machen eine zunehmende Bedeutung von politischen
Themen innerhalb der Blogosphäre deutlich. Hauptgrund
für das Erblühen der Szene in den Vereinigten Staaten
war vor allem das unkritisch patriotische Verhalten der etablierten
Medien. Viele Amerikaner suchten daher nach alternativen Quellen,
um Informationen zu bekommen.
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