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Die Anfänge des Videojournalismus reichen zurück
in die 60er Jahre der US-Fernsehberichterstattung. Erst
20 Jahre später schaffte es das Berufsbild auch in
Deutschland auf die Agenda verantwortlicher Fernsehmacher
- zunächst bei privaten, später auch bei öffentlichen-rechtlichen
Sendern. Ein kurzer Überblick.
Der Videojournalist, in der Literatur oft gleichbedeutend
auch Video- oder Kamerareporter genannt (vgl.
Wittke 2000, 30), ist
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"ein kamera- und schnittversierter Reporter, der
die Aufgaben des Journalisten, des Kameramanns und des
Cutters als 'Ein-Mann-Team' in einer Person vereinigt.
Er ist in der Lage, einen kompletten Beitrag vollständig
in eigener Regie herzustellen: er recherchiert, dreht,
schneidet, schreibt und spricht den Text." |
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(Belz/Haller/Sellheim
1999, 93) |
Das Berufsbild ist bereits Ende der 60er Jahre in den Vereinigten
Staaten entstanden. Damals wurde der "Selbst-Dreh-Reporter"
bei lokalen Fernsehstationen eingesetzt und prägte damit
frühzeitig die "Tradition der TV-Berichterstattung
in den USA" (Packer
1998, 39). Als Anfang der
90er Jahre der lokale Fernsehsender New
York 1 gegründet
wurde, setzte er ausschließlich Videojournalisten ein
und stattete sie teilweise mit kompakten Amateurkameras
aus (vgl.
Wittke 2000, 31; Lorenzkowski
1995, 35).
Nur kurze Zeit später wurde der Trend im deutschsprachigen
Raum zunächst von privaten Lokalsendern wie Hamburg
1 oder TeleBärn aufgegriffen
(vgl.
Lorenzkowski 1995), bevor 1994 der Bayerische
Rundfunk als erster öffentlich-rechtlicher
Sender Videojournalisten in geringer Zahl in Franken einsetzte
(vgl. Roether
2002, 4).
"VeeJays" beim
Hessischen Rundfunk
2001 zog der Hessische
Rundfunk (HR) nach
und stellte zunächst zwei Hörfunk-Journalisten
eine kompakte digitale Videokamera sowie einen Computerschnittplatz
zur Verfügung, um zwei mal in der Woche Bilder aus entlegenen
Winkeln des Berichtsgebietes in die Nachrichtenblöcke
des Senders zu holen (vgl.
Frowein 2001/2002, 42ff.; Meuren
2003, 32).
Im September 2004 arbeiten bereits 42 Videojournalisten
bei der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Mehr als 840
Beiträge
- das entspricht etwa 2500 Minuten - seien zwischen Oktober
2003 und Juni 2004 in Sendungen wie der Hessenschau oder Abenteuer
Erde ausgestrahlt worden.
Mittlerweile sind die Videojournalisten des HR fester Bestandteil
des Programms (vgl.
Hessischer Rundfunk 2004).
Im Frühjahr 2004 hat die Deutsche
Welle zehn ihrer
freien Mitarbeiter zu Videojournalisten ausgebildet. Mit seinen
bereits gesammelten Erfahrungen stand der Hessische Rundfunk
dabei beratend zur Seite. In absehbarer Zeit soll auch festangestellten
Mitarbeitern - Redakteuren, Kameraleuten sowie Technikern
- eine VJ-Ausbildung
angeboten werden. "Wer bereits als VJ im Einsatz ist",
wirbt Projektleiter Christian Trippe, "der will es
nicht mehr missen, komplette Beiträge aus einer, aus
eigener Hand zu liefern."
(Trippe
2004)
"Beklemmende Reportagen"
Auch die britische Rundfunkanstalt BBC setzt
auf die neue Reporter-Spezies. Bereits jetzt seien "beeindruckende
und beklemmende Reportagen" im Programm gelaufen, die
auf das Konto von Videojournalisten gehen (vgl.
Meuren 2003, 32). "Wir
werden in einigen Jahren 1200 qualifizierte Reporter haben,
die
alle
eine Kamera haben
und selbstständig
damit umgehen können", ist sich Mike Arnold,
Leiter des VJ-Programms der BBC, sicher. "Damit hat jeder
Reporter die Chance, ganz anders arbeiten und viel mehr guten
Inhalt
produzieren
zu können." (zit.
nach Meuren 2003, 32)
Michael Rosenblum, der u.a. die Videojournalisten
der BBC und des Hessischen Rundfunks geschult hat (vgl.
Roether 2002, 3ff.), geht davon aus, dass TV-Newsreporter
in einem
Jahrzehnt fast nur noch als Videojournalisten arbeiten
werden (vgl.
Foraci 2004, 21).
weiter im nächsten
Teil »
Pro & Contra - Der Stand der Diskussion
um den Videojournalismus.
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