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EINFÜHRUNG 09.02.2005
Definition, Geschichte und Gegenwart
Von Email an Roman Mischel sendenRoman Mischel | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Die Anfänge des Videojournalismus reichen zurück in die 60er Jahre der US-Fernsehberichterstattung. Erst 20 Jahre später schaffte es das Berufsbild auch in Deutschland auf die Agenda verantwortlicher Fernsehmacher - zunächst bei privaten, später auch bei öffentlichen-rechtlichen Sendern. Ein kurzer Überblick.

Gehe zu: 

Der Videojournalist, in der Literatur oft gleichbedeutend auch Video- oder Kamerareporter genannt (vgl. Wittke 2000, 30), ist

"ein kamera- und schnittversierter Reporter, der die Aufgaben des Journalisten, des Kameramanns und des Cutters als 'Ein-Mann-Team' in einer Person vereinigt. Er ist in der Lage, einen kompletten Beitrag vollständig in eigener Regie herzustellen: er recherchiert, dreht, schneidet, schreibt und spricht den Text."
(Belz/Haller/Sellheim 1999, 93)

Das Berufsbild ist bereits Ende der 60er Jahre in den Vereinigten Staaten entstanden. Damals wurde der "Selbst-Dreh-Reporter" bei lokalen Fernsehstationen eingesetzt und prägte damit frühzeitig die "Tradition der TV-Berichterstattung in den USA" (Packer 1998, 39). Als Anfang der 90er Jahre der lokale Fernsehsender externer LinkNew York 1 gegründet wurde, setzte er ausschließlich Videojournalisten ein und stattete sie teilweise mit kompakten Amateurkameras aus (vgl. Wittke 2000, 31; Lorenzkowski 1995, 35).

Nur kurze Zeit später wurde der Trend im deutschsprachigen Raum zunächst von privaten Lokalsendern wie externer LinkHamburg 1 oder externer LinkTeleBärn aufgegriffen (vgl. Lorenzkowski 1995), bevor 1994 der externer LinkBayerische Rundfunk als erster öffentlich-rechtlicher Sender Videojournalisten in geringer Zahl in Franken einsetzte (vgl. Roether 2002, 4).

"VeeJays" beim Hessischen Rundfunk

2001 zog der externer LinkHessische Rundfunk (HR) nach und stellte zunächst zwei Hörfunk-Journalisten eine kompakte digitale Videokamera sowie einen Computerschnittplatz zur Verfügung, um zwei mal in der Woche Bilder aus entlegenen Winkeln des Berichtsgebietes in die Nachrichtenblöcke des Senders zu holen (vgl. Frowein 2001/2002, 42ff.; Meuren 2003, 32).

Im September 2004 arbeiten bereits 42 Videojournalisten bei der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Mehr als 840 Beiträge - das entspricht etwa 2500 Minuten - seien zwischen Oktober 2003 und Juni 2004 in Sendungen wie der externer LinkHessenschau oder externer LinkAbenteuer Erde ausgestrahlt worden. Mittlerweile sind die Videojournalisten des HR fester Bestandteil des Programms (vgl. Hessischer Rundfunk 2004).

Im Frühjahr 2004 hat die externer LinkDeutsche Welle zehn ihrer freien Mitarbeiter zu Videojournalisten ausgebildet. Mit seinen bereits gesammelten Erfahrungen stand der Hessische Rundfunk dabei beratend zur Seite. In absehbarer Zeit soll auch festangestellten Mitarbeitern - Redakteuren, Kameraleuten sowie Technikern - eine VJ-Ausbildung angeboten werden. "Wer bereits als VJ im Einsatz ist", wirbt Projektleiter Christian Trippe, "der will es nicht mehr missen, komplette Beiträge aus einer, aus eigener Hand zu liefern." (Trippe 2004)

"Beklemmende Reportagen"

Auch die britische Rundfunkanstalt externer LinkBBC setzt auf die neue Reporter-Spezies. Bereits jetzt seien "beeindruckende und beklemmende Reportagen" im Programm gelaufen, die auf das Konto von Videojournalisten gehen (vgl. Meuren 2003, 32). "Wir werden in einigen Jahren 1200 qualifizierte Reporter haben, die alle eine Kamera haben und selbstständig damit umgehen können", ist sich Mike Arnold, Leiter des VJ-Programms der BBC, sicher. "Damit hat jeder Reporter die Chance, ganz anders arbeiten und viel mehr guten Inhalt produzieren zu können." (zit. nach Meuren 2003, 32)

Michael Rosenblum, der u.a. die Videojournalisten der BBC und des Hessischen Rundfunks geschult hat (vgl. Roether 2002, 3ff.), geht davon aus, dass TV-Newsreporter in einem Jahrzehnt fast nur noch als Videojournalisten arbeiten werden (vgl. Foraci 2004, 21).

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Pro & Contra - Der Stand der Diskussion
um den Videojournalismus.

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