| STUDIE |
26.08.2004 |
| Online-Journalismus
in Deutschland und den USA |
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Mit einer groß angelegten Befragung haben die
TU
Ilmenau und die Indiana
University untersucht, unter welchen Bedingungen Online-Journalisten
arbeiten: Wieviel Zeit wenden sie für das Einpflegen
von Texten auf und wie viel für Recherche offline? Wie
groß sind typische Online-Redaktionen? Sind Redakteure
ausschließlich fürs Netz oder mehrmedial tätig?
Welches Selbstverständnis haben sie von ihrem Beruf?
Neben Einzelaspekten gibt die Studie neue Aufschlüsse
zur Gesamtzahl der Online-Journalisten in Deutschland.
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| 561 Online-Journalisten
in Deutschland und den USA wurden im Rahmen der
Studie befragt. (Fotos/Collage: Tüshaus) |
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Einordnung und Methode
Die Untersuchung wurde gemeinsam vom Institut für Medien-
und Kommunikationswissenschaft der TU Ilmenau und der School
of Journalism an der Indiana University (USA) als erste repräsentative
Befragung zu diesem Themenkomplex durchgeführt. Im Unterschied
zur großen Untersuchung über Online-Redaktionen
in Deutschland, die Christoph Neuberger 2000 durchführte,
wurden nicht Redaktionsleiter, sondern individuelle Journalisten
befragt.
Während die deutsche Studie ausschließlich Online-Journalisten
zum Untersuchungsgegenstand hatte, bildeten ihre US-amerikanischen
Kollegen eine Teilstichprobe innerhalb der Studie „The
American Journalist“, die in den USA mittlerweile zum
dritten Mal durchgeführt wurde.
Die Fragemuster orientieren sich an der klassischen Studie
„Journalismus in Deutschland“ von Anfang der Neunziger
Jahre. Diese kooperierte mit der zweiten Auflage von „The
American Journalist“. Die Professoren David
H. Weaver und Martin
Löffelholz waren auch damals beteiligt.
Die Befunde basieren auf einer repräsentativen Telefonbefragung
von 461 deutschen und 100 US-amerikanischen Online-Journalisten.
Beide Befragungen wurden in zweiten Jahreshälfte 2002
durchgeführt. Sie berücksichtigen Redakteure großer
journalistischer Webangebote ebenso wie Ein-Personen-Start-Ups,
Journalisten bei den Online-Ablegern traditioneller Medienhäuser
und für reine Online-Medien tätige Journalisten,
hauptberufliche Redakteure und freie Mitarbeiter.
Inhalt und Ergebnisse
Der Volltext der Studie widmet sich vorrangig den deutschen
Online-Journalisten, zieht aber wo relevant immer wieder Vergleiche
mit den US-Journalisten. Für Deutschland schätzt
die Studie die Grundgesamtheit auf rund 7800 Journalisten,
die ganz oder teilweise für Online-Medien tätig
sind.
Der Kern der Online-Journalisten war zum Befragungszeitraum
jedoch erheblich kleiner. Nur rund 600 festangestellte Journalisten
in Deutschland waren hauptberuflich für Internet-Medien
tätig.
Die Studie gibt Aufschluss über Soziodemographie, Ausbildung
und Tätigkeiten der festen und freien Online-Journalisten.
Sie bestätigt, dass typische journalistische Arbeiten
gehören auch in Online-Redaktionen zum Grundrepertoire
des Handelns gehören. Die Tätigkeitsprofile sind
aber sehr stark von der Redaktionsgröße abhängig.
Weiter untersucht die Studie den Einfluss von Agenturberichten
und Pressemitteilungen auf die journalistische Arbeit. Fragen
nach dem beruflichen Selbstverständnis der Redakteure
fördern zutage, dass ein sehr starkes Rollenbild der
Journalisten als Informationsvermittler zugrunde liegt.
Download-Möglichkeit der Arbeit
Thomas
Hanitzsch, Martin Löffelholz, Klaus-Dieter Altmeppen,
Thorsten Quandt: Online-Journalismus in Deutschland und
den USA. Ergebnisse der ersten repräsentativen Befragung.
2004. 28 Seiten, zahlreiche Tabellen.
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