|
«Zurück zu Teil
1
Hans benutzt einen Feed-Reader namens FeedReader. Der ist
nämlich kostenlos. Das ist wichtig. Denn Hans ist Student.
Immer wenn Hans das
- Logo auf einer Seite, die ihn interessiert, entdeckt, klickt
er es an. Dann kommt er auf eine Seite die etwa so aussieht.

Das ist XML-Quellcode. Der interessiert Hans aber weniger.
Ihn interessiert die URL. Er braucht sie nur zu kopieren,
auf den Button "New" in seinem Feedreader zu klicken
und sie einzufügen. Fertig. Schon wird er jedes Mal automatisch
benachrichtigt, wenn es etwas Neues auf seiner Seite gibt.
Noch vor ein paar Jahren kannte Hans den Begriff RSS gar nicht. Er surfte einfach so durchs Web und RSS war noch keine große Nummer. Doch dann begannen sich die Weblogs immer mehr zu verbreiten und mit ihnen startete auch der Siegeszug von RSS.
Mittlerweile bieten viele bekannte Websites RSS-Unterstützung,
von Amazon zu Ebay, von Stern bis Zeit. Da wurde auch Hans
auf die orangenen Symbole aufmerksam und hat sich mal kundig
gemacht. Seitdem ist er ein treuer RSS-Nutzer und damit ist
er nicht allein. RSS wird von Regierungen, Organisationen
und Medienunternehmen genutzt. So bietet zum Beispiel Apples
iTunes einen Feed an, um Kunden über die neuesten Songs
zu informieren; die Menschenrechtsorganisation Human Rights
Watch hält ihre Mitglieder mit RSS auf dem Laufenden;
der Geologische Dienst der USA informiert so Seismologen über
Erdbeben und sogar der amerikanische Präsidentschaftskandidat
Howard Dean versendete per RSS politische Slogans an seine
Anhänger.
Ausblick
Doch damit ist das Ende der Entwicklung noch lange nicht
erreicht. Es gibt Prognosen, nach denen RSS in bestimmten
Bereichen sogar die E-Mail verdrängen könnte, vor
allem was die Presse- und Firmeninformation angeht. Ebenso
ist das Intranet ein potentielles Wirkungsfeld. Im Gegensatz
zur E-Mail muss der User keine Informationen über sich
selbst oder seinen Rechner preisgeben, wenn er selbst informiert
werden will. Dadurch wird auch jegliche Gefahr von "Kollateral-Spam"
unterbunden, da die eigenen Daten nicht an Drittfirmen verkauft
werden können, wenn man keine angeben musste. So kann
man sich sein "persönliches" Informationsangebot
zusammenstellen.
Die Informationsgeschwindigkeit ist identisch mit einem ständig aktiven Mailclient, mit dem bedeutenden Vorteil, dass man über einen Feed-Reader keine Viren empfängt.
Jörg Kantel, der Betreiber des Weblogs
"Schockwellenreiter",
glaubt nicht an die RSS-Utopie, jedoch misst er der neuen
Entwicklung große Bedeutung bei: "Ein Ersatz für
E-Mail im Allgemeinen wird RSS sicher nicht werden, das kann
dieses Format auch nicht leisten. RSS ist meines Erachtens
ein weiterer Schritt in Richtung des semantischen Webs (nicht
mehr, aber auch nicht weniger). Dank seiner Beschränkung
auf Inhalt und (Meta-) Information kann es zum Beispiel auch
leicht von Spidern gelesen und aufbereitet werden. Der Idee
von (News-) Agenten, die selbstständig das Web durchreisen,
Informationen sammeln und sie für den Nutzer (intelligent)
aufbereiten, ist man damit einen Schritt näher gekommen."
Dass RSS kein flüchtiger Trend, sondern einer der künftigen
Standards ist, beweist auch die Tatsache, dass Microsoft Tools
zum Umgang mit RSS in die nächste Version seiner Windows
Betriebssysteme einzubauen plant. Die neue Version des Mac-eigenen
Browsers "Safari" wird ebenfalls RSS unterstützen.
« Zurück
zur Dossier-Startseite «
|