| JOURNALISTISCHE WEBLOGS |
26.07.2004 |
| "Bisher habe ich noch nie ein Weblog besucht, geschweige denn gelesen!" |
Von Andi
Dorner | Homepage |
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Was für die einen längst Alltag im Internet, ist für andere bestenfalls ein nichts sagender Begriff einer neuen Generation. Gerd Stegmaier aus der Redaktion von "Focus-Online" zeigt im Interview, wie unterschiedlich die Erfahrungen mit Weblogs sein können.
Wodurch sind Sie zum ersten Mal auf das Thema Weblogs
aufmerksam geworden?
Bisher habe ich noch nie ein Weblog besucht, geschweige denn gelesen. Vor etwa ein bis zwei Monaten konnte ich den Begriff Weblogs in einem Gespräch meiner Kollegen aufschnappen. Das war mein erster und bisher einziger Kontakt mit Weblogs.
Bei ZEIT Online gibt es mittlerweile fünf verschiedene Weblogs, teilweise von namhaften Autoren wie Gero von Randow, Richard Herzinger oder Jochen Bittner. Wären Weblog-Formate aus Ihrer Sicht auch bei Focus Online
möglich und sinnvoll?
Wie bereits erwähnt, arbeiten wir bisher nicht mit diesem
Format. Wir nutzen zur schnellen Aktualisierung klassische
Formen des Online-Journalismus. Das liegt zum einen daran,
dass wir uns stark an den "Click"- Raten orientieren
und der User mit den vorhandenen Formaten auf unseren Seiten
sehr zufrieden ist. Zum anderen liegt das natürlich an
der fehlenden Kenntnis über Weblogs.
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| Gerd Stegmaier (Foto: Privat) |
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Wäre der Einsatz eines Weblogs auch in Ihrem Ressort denkbar?
Im Ressort Auto und Verkehr arbeiten wir sehr viel mit Bildern,
weshalb sich immer die Erstellung von Bildergalerien empfiehlt.
Über unser hausinternes Content-Managment-System können
wir mit dem entsprechenden Login über das Internet von
überall die Seiten neu bestücken. Diese Methode
hat sich bei uns sehr bewährt.
Glauben Sie, dass Weblogs zu einer Gefahr für den klassischen Journalismus werden könnten?
Momentan nicht. Wie gesagt kenne ich in Deutschland kein
etabliertes journalistisches Weblog und wir kommen in unserer
Redaktion auch ohne dieses Format aus. Vielleicht wird sich
das in den nächsten Jahren ändern, doch bisher sehe
ich keinerlei Anzeichen.
Welche Qualitätskriterien muss ihrer Meinung nach ein Weblog erfüllen, um als Journalismus zu gelten?
Es muss dem User das bieten, was er erwartet. Also zu einem Thema kurz und bündig informieren.
Warum haben journalistische Weblogs in Deutschland noch nicht im gleichen Maße Fuß gefasst wie in den USA?
Die USA war uns in Sachen Internet schon immer einen Tick voraus. Während bei uns in Deutschland die Preise der Provider so hoch waren, dass der User das Internet hauptsächlich zur schnellen Informationsgewinnung nutzte, sind die Amerikaner schon längst einfach nur zum Spaß im Netz gesurft. Mittlerweile haben sich die Preise für das Internet bei uns ja nun auch ziemlich gesenkt, wodurch sich ein anderes Verhalten der User entwickelt hat.
Haben journalistische Weblogs eine Zukunft?
Das werden wir sehen.
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