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WEBLOGS UND JOURNALISMUS 14.07.2004
Studie: Ohne Content keine Comments
Von Email an Vorname Name sendenWalter Fikisz Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

Schon in den 1970er Jahren, lange vor dem Zeitalter globaler Kommunikationsnetze forderten Medientheoretiker wie Hans Magnus Enzensberger einen emanzipatorischen Mediengebrauch. Der einzelne Konsument sollte ohne technischen Aufwand selbst zum professionellen Produzenten werden können. Sind die neuesten Informations- und Kommunikationstechnologien nun endlich die Antwort auf diese oft geäußerte Forderung? Und wie wirken sie sich auf den Journalismus aus?

(Collage: Tüshaus)

Eine kürzlich im Studiengang Informationsberufe der Fachhochschule Eisenstadt vorgelegte Diplomarbeit beschäftigt sich mit diesen Fragen. Können Weblogs als neue Form des Publizierens, des interaktiven Umgangs mit Medien, zu diesem emanzipatorischen Mediengebrauch und zu einer Demokratisierung einer breiten Öffentlichkeit führen? Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt der Entwicklung dieses neuen „Genres“ vermutlich noch keine fundierte Antwort auf diese Frage gegeben werden kann, versucht die Arbeit ein umfassendes Bild über die Möglichkeiten der neuen Publizierform zu bieten.

Können Weblogs zur Demokratisierung beitragen?

 DOWNLOAD: 

Diplomarbeit von Walter Fikisz im Studiengang Informationsberufe der Fachhochschule Eisenstadt (Österreich) 2004: "Der Wandel des Prinzips der Öffentlichkeit durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien.
Weblogs und ihre Auswirkungen auf den traditionellen Journalismus."

Registrierte Nutzer unserer Foren können die Arbeit hier kostenlos herunterladen
(PDF, 258 KB). Wenn Sie noch nicht registriert sind, können Sie das hier nachholen.

Da sich Weblogs in den vergangenen Jahren – vor allem in den USA – als häufig verwendetes Instrument des Peer-to-peer-Journalismus etabliert haben, beleuchtet diese Arbeit auch die resultierenden Auswirkungen dieses Phänomens auf den traditionellen Journalismus. Um diese Wechselwirkung besser verstehen zu können, widmet sich das erste Kapitel der Arbeit den Entwicklungen im Journalismus vor dem Auftreten der ersten Weblogs.

Nach einem kurzen Abriss der Entwicklungsgeschichte der Weblogs und einer Einführung in die dahinter liegende Technik, bietet diese Arbeit einen neuen Aspekt: die Kategorisierung der verschiedenen Arten von Weblogs. Auch eine kleine Bestandsaufnahme bereits vorhandener Angebote von Weblogs im Online-Auftritt etablierter Medienanbieter wird versucht. Dabei zeigt sich, dass bislang sehr wenige Medienhäuser Weblogs als neue Form der Berichterstattung oder auch nur als zusätzliches Feature, als Teil ihres Onlineauftritts nützen.

Weblogs vs. Journalismus

In einem weiteren Kapitel soll mittels der Befragung von Experten aus dem In- und Ausland ein Stimmungsbild entstehen, das den Umgang professioneller Journalisten mit dem neuen Genre widerspiegelt. Einig sind sich die Experten – darunter Weblogpioniere wie der amerikanische Technik-Kolumnist Dan Gilmor, der Schockwellenreiter von Jörg Kantel oder der Organisator des Wiener Blogtalks Thomas N. Burg – darin, dass Weblogs den traditionellen Journalismus nicht verdrängen, sondern ergänzen werden. Ein Fazit der Experten vorweg: beide Formen des Publizierens werden weiterhin existieren, denn „ohne den Content professioneller Redaktionen gäbe es keinen Comment der Blogger“.

Angesprochen werden in den Interviews aber auch Problemfelder wie Qualitätskontrolle oder die zunehmende „Verwaisung“, an der viele Weblogs leiden. Die Anwendung journalistischer Qualitätsnormen etwa erkennen die Experten im Betrieb eines Weblogs zwar als förderlich, aber nicht obligatorisch.

Obwohl sie für die nächsten Jahre ein weiteres Ausbreiten des Phänomens Weblog erwarten, ist noch unklar, ob Weblogs letztendlich ein vorübergehender Trend sind, mit dem sich eine mehr oder weniger kleine publizistisch affine Minderheit beschäftigt, oder ob sich das neue Genre schließlich doch zu einer von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen und aktiv genützten Form des Publizierens entwickeln wird.

Download-Möglichkeit der Arbeit

"Der Wandel des Prinzips der Öffentlichkeit durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien.
Weblogs und ihre Auswirkungen auf den traditionellen Journalismus."

Diplomarbeit von Walter Fikisz im Studiengang Informationsberufe der Fachhochschule Eisenstadt (Österreich) 2004

Registrierte Nutzer unserer Foren können die Arbeit hier kostenlos herunterladen (PDF, 258 KB). Wenn Sie noch nicht registriert sind, können Sie das hier nachholen?

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