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DELPHI-STUDIE 16.08.2003
Prozentgenaue Prognose zum Online-Publishing (2)
Von Email an Fiete Stegers sendenFiete Stegers | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

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Profil der Online-Medien

Weiterhin bleibt Online nach Meinung der Experten ein Medium für kurze, schnelle Textinformationen. Angebot und Nachfrage nach Audio- und Video-Inhalte würden tenzdenziell eher steigen, seien aber stark abhängig von der Verbreitung von Breitbandzugängen. Innovative und interaktive Formate würden nur einen kleinen Teil der Inhalte ausmachen.

Interessant: Nachdem bislang vor allem General-Interest-Angebote am Markt erfolgreich sind, sehen die befragten Fachleute in acht Jahren möglicherweise eine Verschiebung zugunsten von Special-Interest-Angeboten, die auf größere Zahlungsmoral hoffen könnten, aber auch zu regionalen Informationen.

Peer- und Parajournalismus

Einerseits glauben die meisten Experten, dass sich Qualitätsjournalismus zukünftig weiterhin vor allem bei den klassischen Medien abspielen wird. Andererseits betonen sie, dass bei den Online-Medien Profi-Journalisten gefragt seien.

Entsprechend beurteilen die Fachleute die klassischen Medienhäuser auch zukünftig als die wichtigsten Informationsanbieter im Web – etwa im Vergleich mit Informationsinhalten von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen über Weblogs und Peer-To-Peer-Plattformen. In der zweiten Befragungsrunde merkten jedoch mehre Teilnehmer an, hier würden die Medienexperten die Bedeutung journalistischer Angebote für die Nutzer überschätzen. Immerhin rund die Hälfte der Befragten erwartet, dass sich im Netz Nutzer-Gruppen von "Info-Amateuren" organisieren, die für den Journalismus eine Agenda-Settingfunktion übernehmen.

Online-Werbung und Finanzierungsmodelle

Profitabel seien in vier Jahren immerhin rund fünfzehn überregional General-Interest-Sites, fünf regionale oder lokale Informationsanbieter und zwanzig Angebote aus dem Bereich Special Interest, schätzen die Experten.

Der Anteil der Online-Werbung werde jedoch mit prognostizierten fünf Prozent 2006 weiterhin nur ein kleines Stück des gesamten Werbemarktes ausmachen und sich hauptsächlich bei den Websites von überregionalen Print- und TV-Marken und den großen Portalen abspielen. Hauptsächlich fehlten der Online-Werbung allgemein akzeptierte Nutzungsdaten und die Reichweite der klassischen Medien. Auch die Akzeptanz von Abonnement-Modelle werde nur langsam steigen.

Verkauft würden zukünftig neben Werbeplätzen weniger allgemeine journalistische Inhalte als zusätzliche Service-Dienste. Erfolgsversprechender schätzen die Experten die Zahlungsbereitschaft bei Inhalten für mobile Endgeräte ein. Überzeugt zeigten sie sich davon, dass in Zukunft die Mehrheit der Website-Archive kostenpflichtig sind.

Einig sind sich die Experten, dass Online-Plattformen den Tageszeitungen mit Immobilien-, KFZ- und Stellenanzeigen einige ihrer Haupterlösquellen entziehen werden. Diese müssten sich durch die Konkurrenz der Online-Medien nicht nur inhaltlich, sondern auch geschäftlich neu ausrichten. Regionale und lokale Zeitungen seien dabei noch etwas besser positioniert als die überregionalen, schätzen die Experten. Die Vorteile des Mediums für die Nutzer der Rubrikenmärkte seien deutlich. Damit würde es für die Zeitungsverleger bitter rächen, trotz aller ähnlichen Prognosen auf diesem Gebiet zu zögerlich gehandelt zu haben.

Weitere Ergebnisse zu erwarten

Die Delphi-Studie war Bestandteil eines umfangreicheren Forschungsprojekts von Professor [externer Link]Peter Glotz und seinem Mitarbeiter [externer Link]Robin Meyer-Lucht zur Zukunft von [externer Link]Zeitung und Zeitschift in der digitalen Ökonomie. Die Gesamtergebnisse will das MCM im Oktober 2003 vorstellen.

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