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Fast zweihundert Experten sollten in die Zukunft des Online-Journalismus
blicken: Die Universität St. Gallen fragte sie nach Nutzungsverhalten,
Wettbewerb und Modellen zur Finanzierung. Einen umfangreichen
Fragenkatalog musste die Profis des Panels dafür beantworten,
prozentgenau, bitteschön. Jetzt gibt es die Ergebnisse.
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| Fragen der Studien
drehten sich unter anderem darum, wie viele Minuten
sich Surfer künftig mit Online-Journalismus
beschäftigen oder um wieviel die Auflage von
Publikumszeitschriften dadurch sinken würde.
(Montage: Mischel) |
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Die Untersuchung des Instituts für Medien und Kommunikationsmanagement
(MCM) wurde in der zweiten Jahreshälfte 2002 als Delphi-Studie
durchgeführt. In der ersten Erhebungsrunde beantworten
199 Medienfachleute aus Deutschland, Österreich und der
Schweiz die Fragen, in der zweiten 128. Die Teilnehmerliste
weist zahlreiche prominente Namen aus den oberen Etagen von
klassischen Medien, Online-Medien und Forschung auf: Mit dabei
zum Beispiel tagesschau.de-Chef Jörg
Sadrozinski, Kommunikationswissenschaftler Bernd
Blöbaum und Online-Journalismus-Professor Klaus
Meier (siehe Liste
aller Teilnehmer im PDF-Format).
Schade bei dieser Menge an hochkarätigen Befragten,
dass sich die St. Gallener Studie beim Design ihrer dreißig
Fragen ein wenig zu sehr in Details verlor: Statt grobe Trends
abzufragen, bat das MCM die Teilnehmer um prozentgenaue Prognosen,
wie viele Minuten sich Surfer künftig mit Online-Journalismus
beschäftigen oder um wieviel die Auflage von Publikumszeitschriften
dadurch sinken würde. Und zwar nicht nur in vier Jahren,
sondern auch in acht Jahren – eine kaum zu überblickende
Zeitspanne in der Internet-Entwickung. Auch waren einige Fragen
nicht ganz trennscharf.
Als gewichtiges Barometer für die Zukunft des Online-Journalismus
lässt sich die Studie dennoch lesen, löst man sich
von den trügerischen Zahlenwerten.
Nutzer und Nutzung
Die Experten erwarten, dass Online-Journalismus in noch
stärkerem Maße als bisher zum Alltagsmedium für
breite Bevölkerungsschichten entwickelt. Gleichzeitig
sind sie sicher, dass das Zeitbudget für die Mediennutzung
nicht unendlich ist und nur in geringem Maße steigen
wird: Gewinne der Online-Medien sorgen daher für geringere
Nutzung vor allem von Printmedien. Welche Folgen die Konvergenz
von Internet und TV habe, bleibt unklar.
Größte Hürden für die Online-Journalismus
bleiben die bekannten: wenig komfortables Lesen am Bildschirm
und bislang geringe Verbreitung von Breitband-Internet. Diese
Hindernisse sind nach Meinung der Experten für die Nutzungsreichweiten
von Online-Journalismus bedeutsamer als Art und Qualität
der angebotenen Inhalte.
Die meisten Nutzer werden sich nach den Ergebnissen der Delphi-Studie
zukünftig nur wenige persönliche Favoriten aus der
Vielzahl der Informationsanbieter im Web nutzen. Das spräche
für eine weitere Marktbereinigung bei den Anbietern.
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in Teil 2:
Profil der Online-Medien,
Peer- und Parajournalismus,
Online-Werbung und Finanzierungsmodelle
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