|
Von der Idee zum Konzept bis zur Umsetzung - eine gut
gemachte Website lässt sich nicht so leicht aus dem Ärmel
schütteln. Wie es professionell gemacht wird, beschreiben
zwei Autorinnen aus der Praxis einer PR-Agentur. Auch Online-Journalisten
können viel dabei lernen.
"Konzeptionierer" nennt Lutz P. Michel diejenigen
Web-Arbeiter, die nicht vorwiegend gestalten, programmieren
oder kaufmännisch tätig sind. Dort ordnet er die
Online-Journalisten ein. "Website-Konzeption" schafft
hier Klarheit: Um Online-Journalismus geht es Maria Grotenhoff
und Anna Stylianakis gerade nicht in der Hauptsache. Die Autorinnen,
beide aus dem Agenturbereich, gehen von der Projektarbeit
in einer PR-Agentur aus, die den Kunde berät und ständig
in den Prozess der Website-Konzeption einbezieht. Die abgebildeten
Beispiele stammen zum größeren Teil aus der Öffentlichkeitsarbeit
von Unternehmen, aber auch Medien-Sites für "Business
Channel", "Focus" oder "Viva-TV"
sind darunter.
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
| Wegen seiner Praxisnähe
ist das Buch als Ergänzung zu jedem der bekannten
Online-Journalismus-Lehrbücher zu empfehlen.
(Abb.: Galileo Press) |
|
 |
 |
 |
 |
Im Vordergrund steht bei diesem Buch die Konzeption von Unternehmens-,
von Auftragskommunikation. Für beide, Journalisten wie
PR-Leute, wird im vorliegenden Buch in nachvollziehbaren Schritten
praxisnah beschrieben, was das heißt: Ein gutes Konzept
muss vor dem ersten praktischen Schritt stehen.
Deshalb handelt das erste Kapitel "Definition"
im wesentlichen von der Strategie, die ein Auftraggeber mit
seinem Web-Auftritt verfolgen will, und wie man sie entwickelt.
Am Beispiel der fiktiven Website "Stylepark" zeigen
die Autorinnen, wie das in der praktischen Umsetzung aussieht.
Um die "Kreation", die Ideenfindung, geht es im
zweiten Kapitel. Wie man das Konzept umsetzt, beschreibt das
dritte Kapitel, während das vierte von der Entwicklung,
das fünfte von der Produktion handelt. "Stylepark"
begleitet den Leser durch sämtliche Kapitel, um die Theorie
anschaulich werden zu lassen.
Die Schnittstellen zum Online-Journalismus stellen die Kapitel
"Umsetzung" mit dem Abschnitt "Inhalte und
Funktionen" und "Produktion" mit "Content-Handling"
dar. Dabei geht es zunächst um das Storyboard, mit dessen
Hilfe man die Idee umsetzt, und um die Nutzerführung,
die Navigation. Beides wird an mehreren Beispielen anschaulich
vorgeführt. Um den Workflow bei Wartung und Aktualisierung
der Site geht es im Kapitel "Content-Handling".
Hier werden nicht nur die Notwendigkeit, Personalressourcen
realistisch zu planen, sondern auch Sinn und Zweck eines redaktionellen
Leitfadens erläutert.
Mit praktischen Beispielen aus den verschiedensten Bereichen
für E-Branding, eine Global Corporate Website,
eine Interessengemeinschaft, eine E-Commerce-Website, eine
Online-Community und ein Intranet mit E-Learning-Modulen
illustrieren die Autorinnen ihre Schritt-für-Schritt-Beschreibung
beim Vorgehen. Auf nahezu jeder Seite finden sich Screenshots,
oft der Konzeption gegenübergestellt, Beispiel-Storyboards,
Tabelle, Checklisten, Übersichten. Eine eigenständige
Website zum Buch gibt es leider nicht; der Verlag stellt online
lediglich Autorinnen und Inhaltsverzeichnis kurz vor.
Um Text, Bild, Audio oder Video geht es hier nur am Rande.
Handfestes Projektmanagement bei der Neu- oder Umgestaltung
einer Website ist Thema der Autorinnen. Ihr Buch beginnt dort,
wo Lehrbücher zum Online-Journalismus in der Regel aufhören:
bei der Frage wie man eine komplette Site konzipiert. Deshalb
und wegen seiner Praxisnähe ist das Buch als Ergänzung
zu jedem der bekannten Online-Journalismus-Lehrbücher
zu empfehlen.
Bibliographische Angabe
Maria Grotenhoff/Anna Stylianakis: Website-Konzeption. Von
der Idee zum Storyboard. Galileo-Press, Bonn 2002. EURO 49,90.
|