|
Beim Thema Usability handelt es sich um keine
diffizile Wissenschaft oder nervenaufreibende Normenreiterei.
Dies macht der knapp 80-seitige, kostenlos erhältliche
und fürs eigene Bücherregal ausdruckbare Band aus der Reihe
"Stuttgarter Beiträge zur Medienwirtschaft" deutlich.
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
Das knapp 80-seitige
Buch steht zum freien
Download als PDF-Dokument
im Netz. Der anschließende Ausdruck lohnt sich.
(Foto: Mischel) |
|
 |
 |
 |
 |
Was nützen Ihre noch so gut recherchierten und aufbereiteten
Artikel wenn sie die Leser auf Ihrer Website nicht finden
können? Ebenso ärgerlich ist es, wenn Texte von
multimedialem Schnickschnack umgeben werden und die eigentliche
Nachricht untergeht.
An der Usability von Internet-Angeboten
hapert es häufig noch. Beim bislang wohl teuersten Web-Auftritt
einer Behörde, arbeitsagentur.de,
scheinen sich die Macher nur am Rande mit diesem Thema beschäftigt
zu haben.
Schade, handelt es sich doch bei der Usability um keine
diffizile Wissenschaft oder nervenaufreibende Normenreiterei.
Dies macht der knapp 80-seitige, kostenlos erhältliche
Band deutlich.
Leicht verständlich führen die Autoren
in die Grundlagen der Usability ein und zeigen deren Nutzen
auf. "Wir haben 150 Jahre gebraucht, um Standards
für
Tageszeitungen zu entwickeln. Also können Standards
für die Gestaltung im Internet nicht von heute auf morgen
Gültigkeit haben", stellt Mitherausgeber Hansjörg
Zimmermann in seinem Beitrag "Usability – Die
Kunst Mensch und Maschine auf einen Nenner zu bringen" fest.
Es gibt also noch viel zu tun.
Lehrreiche Keksbrösel
In vier Fallstudien zeigen die Autoren, wie Usability-Tests
bei ganz unterschiedlichen Projekten aussehen können.
Ein Gewinn für den Leser ist es, dass Mitherausgeber
Ansgar Zerfaß dabei ein eigenes Projekt nicht von der
Kritik ausnimmt. In einer Studie zum Landesportal baden-wuerttemberg.de zeigt
er zusammen mit Projektleiterin Eva Pfendert, "wie ein professioneller
Usability-Test hilft, Internetauftritte
sehr gezielt und damit kostengünstig weiterzuentwickeln".
Christian Bopp verdeutlicht, dass die aufwändig programmierten
Auto-Konfiguratoren der größten deutschen Automobilhersteller
noch Reparaturbedarf bei der Nutzerfreundlichkeit haben.
Keksbrösel hinterlässt Klaus Schwab mit einem sachlichen
Verriss: "Bunt allein reicht nicht: Fallstudie
Bahlsen-Genußwelt
bahlsen.de".
Nicht aufs Internet bezogen aber trotzdem lehrreich ist
der Beitrag von Schwab und Bopp zu "Mobile
Services im Usability Test: Die Handy-Angebote von Max Szene-Guide,
BeLocal und Yellow Map Cityguide". Im
Schlusskapitel finden die Leser in einem ausführlich
kommentierten Serviceteil weitere Anregungen und Anknüpfungspunkte.
Den Autoren ist eine überzeugende und zu mehr Engagement
in Sachen Usability motivierende Publikation gelungen.
Bibliographische Angabe
Ansgar Zerfaß, Hansjörg Zimmermann (Hrsg.): Usability
von Internet-Angeboten – Grundlagen und Fallstudien.
Stuttgarter Beiträge zur Medienwirtschaft Nr. 10. Stuttgart:
Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG)
Medienentwicklung, Fachhochschule Stuttgart – Hochschule
der Medien (HdM), 2004, 75 Seiten, kostenlos, ISSN 1616-4695.
|