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Und noch ein Buch, das sich dem effektiven Texten fürs
Web verschrieben hat. Ingo Lackerbauers Werk ist logisch
aufgebaut, jedoch nicht immer leicht verständlich.
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| Das Buch bietet
nützliche Tipps für alle, die Texte für das Internet
verfassen.
(Foto: Birkel) |
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Die zunehmende Verbreitung und Bedeutung der neuen Medien,
insbesondere des Internets, verändern unsere Schreib-
und Lesegewohnheiten. So steht es im Klappentext des "Handbuchs
für Online-Texter und Online-Redakteure" von
Ingo Lackerbauer. Doch worauf muss ein Online-Redakteur in
dieser
schnelllebigen, virtuellen Welt tatsächlich achten,
um seine Leser zu erreichen? Wie sollte ein Hypertext gestaltet
werden? Was gehört in einen Newsletter? Fragen, die
der Autor auf fast 250 Seiten beantwortet.
Schreibstil manchmal abgehoben...
Die 17 Kapitel des Buches bauen logisch aufeinander auf.
Wie in einer wissenschaftlichen Arbeit werden im ersten
Kapitel grundlegende Begriffe geklärt, um eine gemeinsame
Basis mit dem Leser zu schaffen. Ein Ansatz, der vom Gedanken
her nachvollziehbar, ja sogar begrüßenswert ist.
Allerdings ist der Schreibstil für ein "praxisorientiertes
Handbuch" zu abgehoben, zumal sich der Autor
mit dem Thema "verständlich Schreiben" beschäftigt.
Ausführliche Begriffsklärungen tragen zwar zum
allgemeinen Verständnis des Themas bei, aber eine kurze
Zusammenfassung hätte an dieser Stelle genügt.
Stattdessen beschäftigt sich Lackerbauer ausführlich
mit der Kohärenz und Kohäsion von Texten. In vergleichbaren
Handbüchern wird der Zusammenhang zwischen mehrteiligen
Texten und dem Einstieg über Suchmaschinen viel griffiger
verdeutlicht. Denn daraus ergibt sich ja erst die besondere
Problematik, dass Textabschnitte auf einer Bildschirmseite
in sich geschlossen sein müssen. Lackerbauer erwähnt diesen
Zusammenhang aber nur in einem Nebensatz.
...und dann wieder flüssig Hat man den wissenschaftlich gehaltenen Einstieg hinter
sich gelassen, wird der Schreibstil jedoch zunehmend flüssiger.
Im Folgenden beschäftigt sich der Autor
mit Aufbau und Geschichte von Hypertexten. Durch kleine Ausflüge
in die Anfänge des Computerzeitalters verdeutlicht er
die Besonderheiten von Texten im Internet sehr anschaulich.
Anhand von Beispielen bekommt der Leser ein klares Bild von
den verwobenen Strukturen, die in Hypertexten vorherrschen.
Da das Internet ein visuell geprägtes Medium ist, spielt
auch das Layout eine entscheidende Rolle beim Verständnis
von Texten. Dabei fließen aktuelle Forschungsergebnisse über
die Lesegewohnheiten am Bildschirm ebenso in das Buch ein,
wie klassische Farbenlehre und Typografie. Dazu kommt die
Kunst, den richtigen Link zu setzen, um eine webgerechte
Dramaturgie aufzubauen.
Erkenntnisse stützen sich auf Studienergebnisse
Das verständliche
Schreiben von Texten sowie besondere Stilformen im Internet
bilden ein Schwerpunkt des Handbuches. Dabei werden insbesondere
die darstellenden, journalistischen Stilformen berücksichtigt.
Nachrichtenpyramide, W-Fragen und Grundregeln des Schreibens
werden aufgegriffen
und mit leicht verständlichen Beispielen
veranschaulicht. Gestützt auf Studienergebnisse wird
die große Bedeutung von Überschrift und Teaser
erklärt. Beispielhaft erläutert Lackerbauer, mit
welchen Mitteln man einen Leser in den Text hinziehen kann.
Im letzten Teil des Buches liefert der Autor praktische
Anwendungs-Beispiele für die Bereiche Online-PR und
Werbetext. Vor allem die Kommunikations-Instrumente Newsletter
und Online-Kundenzeitschriften spielen hier eine wichtige
Rolle. Das Thema Öffentlichkeitsarbeit wird zwar nur
oberflächlich behandelt, dennoch gibt das Buch nützliche
Tipps, beispielsweise für die Einrichtung eines virtuellen
Pressezentrums.
Zum Abschluss gibt es noch einen Abstecher in das Forschungsfeld
der Wahrnehmungspsychologie. Trotz des recht trockenen Stoffes
gelingt es Lackerbauer das Thema anschaulich zu vermitteln.
Dabei lässt er die psychologischen Erkenntnisse nicht
einfach im Raum stehen, sondern zeigt auf, was diese in der
praktischen Umsetzung bedeuten. Eigentlich Grundlagenwissen
für jeden, der sich professionell mit Kommunikation
beschäftigt.
Fazit
Nach dem etwas abgehobenen
Einstieg liefert das "Handbuch für Online-Texter
und Online-Redakteure" nützliche Tipps für
alle, die Texte für das Internet verfassen. Egal ob
für Werbetexter, Online-Journalisten oder PR-Referenten,
Lackerbauer vermittelt Grundlagenwissen, ohne den Anspruch
zu erheben, den einzig richtigen Weg gefunden zu haben. Das
Buch bietet sich als praktisches Nachschlagewerk an, ist
für Internet-Anfänger aber nur bedingt zu empfehlen.
Bibliographische Angabe
Ingo Lackerbauer: Handbuch für Online-Texter und Online-Redakteure.
X.media.press. ISBN 3540440933. EURO 39,90. |