| GABRIELE HOOFFACKER |
15.01.2002 |
| Online-Journalismus
- Schreiben und Gestalten für das Internet |
Von Thomas
Mrazek | Homepage |
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"Online-Journalismus" von Gabriele Hooffacker
bietet eine umfassende und fundierte Anleitung für Anfänger
und Praktiker. Es ist aus zahlreichen Lehrgängen und
Kursen an der Münchner Journalistenakademie entstanden.
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| "Online-Journalismus",
ein Buch für Ausbildung und Praxis.
(Foto: Roman Mischel) |
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Für viele ist journalistisches Arbeiten im Netz immer
noch eine Sache mit ungewissem Ausgang. In nicht wenigen Redaktionen
herrscht derzeit Krisenstimmung, einige ambitionierte Projekte
sind schon ganz gescheitert. Doch Gabriele Hooffacker, Leiterin
der Münchner
Journalistenakademie, lässt das nicht zweifeln und
schon gar nicht verzweifeln: "Wie die Zukunft des Online-Journalismus
auch aussehen mag, eins ist klar: Ausbildung ist notwendig",
heißt es im Vorwort ihres neuen Werks.
Standortbestimmung
In den ersten beiden Kapiteln erfolgt eine Standortbestimmung:
Wo arbeiten Online-Journalisten überhaupt, was haben
sie dabei zu tun, was ist das besondere am journalistischen
Publizieren im Netz, welche Formen und Formate existieren
überhaupt, was hat die Forschung zum Thema zu sagen.
Wobei das letztgenannte Thema vielleicht etwas zu knapp behandelt
wird.
Gelungene didaktische Aufbereitung
Dafür ist das folgende Kapitel "Hypertext und Storyboard"
umso ausführlicher. Auf rund 50 Seiten zeigt Hooffacker
vor allem anhand von praktischen Beispielen, worauf es bei
diesem Thema ankommt. Manchmal mögen die Erläuterungen
etwas banal erscheinen, so heißt es etwa auf Seite 60:
"Gute Links helfen dem User bei der Entscheidung".
Doch im Ganzen gesehen ist die Aufbereitung vom Einfachen
hin zum Komplexeren didaktisch durchaus sinnvoll. Sie bietet
auch dem geübteren Leser Neues oder zeigt diesem zumindest
Zusammenhänge auf.
Die Anleitungen und Tipps werden zum Teil durch aktuelle
Erkenntnisse aus der Forschung belegt. Wo es angebracht scheint,
verweist die Autorin auf die ergänzende
Website zum Buch. Dort finden sich Beispiele, Tests und
Ergänzungen. Der Lesefluss wird dadurch nicht wesentlich
gestört, der Erkenntnisprozess des lernenden Lesers wird
hingegen optimal gefördert. Diesen Informationsstil behält
die Autorin auch in den folgenden Kapiteln konsequent bei.
Stilformen im Internet
Im Kapitel "Stilformen" wird - wiederum ausführlich
- auf die Ausprägungen der einzelnen Stilformen im Online-Bereich
eingegangen. Wobei auch deutlich wird, dass auch oder gerade
im Online-Bereich "nur mit Wasser gekocht wird".
Es kommt vor allem auf die gute Beherrschung der Grundlagen
journalistischen Handwerks an. Anhand von Beispielen wird
plausibel dargelegt, wie der Journalist Themen mediengerecht
aufbereiten kann. So können etwa bei Servicetexten die
Vorteile des Mediums Internet voll ausgereizt werden.
Kommunikation mit dem Nutzer
Für besonders wichtig erachtet Hooffacker den Bereich
"Kommunikation". Im gleichnamigen Kapitel geht sie
auf die Berührungspunkte zwischen Redakteur und Nutzer
ein. Neben E-Mail, Newsletter und Mailinglisten erwähnt
sie auch Gästebücher, Foren und Weblogs, Instant
Messaging, Chat und Streaming Media. Das Kapitel endet in
einem kurzem Abriss über das Community Management. In
zwei weiteren Kapiteln werden Grundlagen der Organisation
und des Contentmanagement sowie der Technik vermittelt. Bei
letzterem erspart uns die Autorin ellenlange Quelltexte und
beschränkt sich auf das Nötigste.
Alles, was Recht ist
Das Kapitel "Recht und Sicherheit" bietet eine
kompakte Einführung in die juristisch relevanten Sachverhalte
für journalistische Arbeit im Netz. Dabei werden auch
Themen wie Urheberrecht, Datenschutz und Domain-Problematik
zumindest kurz angerissen. Das letzte Kapitel "Aus- und
Weiterbildung" zeigt die verschiedenen Zugangswege zum
Beruf des Online-Redakteurs; außerdem gibt es noch weitere
Literatur- und Internet-Tipps zum Thema. Ein Glossar rundet
das Buch ab.
Gelungenes Standardwerk
Der Autorin ist mit viel Engagement und Sachverstand ein
sehr gut lesbares Lehr- und Arbeitsbuch geglückt. Nahezu
alle relevanten Aspekte des journalistischen Online-Handwerks
wurden zumeist in angemessenem Umfang dargestellt. Auch die
Fortsetzung bzw. Ergänzung im Netz durch Autoren eines
Kurses "Online-Journalismus" an der Journalistenakademie
ist bis auf kleinere Fehler bei Programmierung und Grafik
vollauf gelungen. Nur die etwas dröge anmutende Optik
des in Lists "Journalistischer Reihe" erschienen
Werks ist zu monieren.
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| Wichtiger Hinweis: Die Buchautorin
Gabriele Hoffacker ist gleichzeitig Autorin für
onlinejournalismus.de. Wir versichern Ihnen, dass
dies keinen Einfluss auf den Tenor dieser Rezension
hat. "Schönschreiben" zum Zwecke
der Verkaufssteigerung kommt bei uns nicht in Frage.
- Die Redaktion. |
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Bibliographische Angabe
Gabriele Hooffacker: Online-Journalismus. Schreiben und Gestalten
für das Internet. Ein Handbuch für Ausbildung und
Praxis. List Verlag, München, 2001. 254 Seiten, EUR 18,90.
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