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JAKOB NIELSEN 13.05.2002
Homepage Usability: 50 enttarnte Websites
Von Email an Robert Stark sendenRobert Stark | externer LinkHomepage Druckversion dieses Artikels im neuen Fenster öffnen

"Schnell! Sie haben nur zehn Sekunden, um sich der Welt zu präsentieren. Was sagt Ihre Homepage?", fragt Jakob Nielsen in seinem neuen Buch "Homepage Usability". Leider oft das Falsche oder das Richtige im falschen Stil, ist man nach der Lektüre geneigt zu sagen.

Akribisch - um nicht zu sagen: pedantisch - untersucht Jakob Nielsen auf 50 Homepages jedes Detail und wird nicht müde, auf die immer gleichen Fehler hinzuweisen. In sein Visier nimmt er von querbeet alles, was Rang und Namen hat: Amazon, BBC, das Art Institute of Chicago, Cnet, eBay, das Florida Department of Revenue, Ford, IBM, Microsoft und Yahoo, um nur ein paar wenige zu nennen.

Fehler auf berühmten Sites

Trotz vielen Wiederholungen (wie z.B. der Title Tag oder die Position der Such-Box) ist die Lektüre nicht langweilig; gerne blättert man von Homepage zu Homepage und freut sich insgeheim, wie Nielsen auch auf berühmten Sites Anfängerfehler findet. Die Analysen der 50 Homepages sind alle nach dem gleichen Muster aufgebaut und folgen alle derselben Nielsen-Usability-Logik. Die erste Doppelseite zeigt die Homepage und gibt einen Überblick über Stärken und Schwächen. Danach folgt eine Auflistung aller Punkte, die Nielsen kritisiert (oder selten lobt). Unter 20 Kritik-Punkte schafft es keine Homepage.

113 Guidelines für die eigene Homepage

Nützlich ist "Homepage Usability" aber erst, wenn man sich die Mühe nimmt, die eigene Website kritisch zu betrachten. Dazu dienen die 113 Homepage-Guidelines, die Nielsen aufstellt. Diese Richtlinien sind sehr praxisnah verfasst und erlauben die systematische Überprüfung der eigenen Homepage, sei das in bezug auf den Schreibstil, die Navigation, das Datumsformat, das Login und vieles mehr.

Wertvoll für Online-Journalisten

Das Buch richtet sich an alle, die mit einer Homepage zu tun haben - also auch an Online-Journalisten. Nielsen befasst sich in seiner Homepage-Analyse intensiv mit dem Schreibstil, mit der Link-Beschriftung, den Titeln und den kurzen Text-Anrissen. Reine Design-Fragen wie Farbgebung oder Logo-Gestaltung nehmen einen viel kleineren Raum ein.

Wieviel Standard ist sinnvoll?

Ob Jakob Nielsen mit seinen Homepage-Richtlinien recht hat oder nicht, darüber kann man lang streiten. Die interessantere Frage ist aber wohl die, ob es richtig ist, jede Homepage - unabhängig von ihrem Inhalt - nach denselben Richtlinien zu beurteilen. In einem kürzlich publizierten Streitgespräch auf externer Linkcio.com zwischen Jakob Nielsen und Vincent Flanders (Gründer von externer LinkWeb Pages That Suck) ging es genau um diese Frage. Bei einem Auto sei das Gaspedal auch immer rechts von den Bremsen, verteidigte Nielsen seine Richtlinien. Das seien Standards, die für alle Websites gültig seien. Flanders sah das anders: Gewisse Sites wie Kino-, Musik- und Design-Sites hätten "the right to be inherently stupid".

Einseitige Auswahl der Homepages

Enttäuschend ist die Auswahl der im Buch untersuchten Homepages. BBC Online und NewsNow sind die einzigen, nicht-amerikanischen Homepages. Natürlich haben Nielsens Richtlinien auch für Leute ausserhalb der USA ihre Gültigkeit, aber hier hätte man von Nielsen einen etwas internet-gerechteren Horizont erwarten dürfen.

Marie Tahir als Co-Autorin

"Homepage Usability" ist derart ein Nielsen-Buch, dass man die Co-Autorin des Buches beinahe vergisst: Es ist Marie Tahir, die über Lotus und Intuit zur Nielsen Norman Group gestoßen ist.

Bibliographische Angabe

Jakob Nielsen, Marie Tahir: Homepage Usability - 50 enttarnte Webseiten. ISBN 3-8272-6290-9. Markt & Technik. München, 2002. 320 Seiten. EUR 49,95.

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