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Hochschulen: Zweiter Spezial-Studiengang und kommerzielle
Weiterbildung
Online-Journalismus hat sich als ein Teilgebiet in Journalistik-,
Publizistik- und anderen einschlägigen Studiengängen
etabliert, bestätigte eine
von Dr. Wiebke Loosen geleitete Untersuchung der Universität
Hamburg.
Knapp 20 Prozent der Veranstaltungen hätten einen Online-Bezug.
Mehr als die Hälfte der Seminare setzten sich allerdings
vornehmlich theoretisch mit dem Thema auseinander. Umfang
und Art des Seminarangebots der einzelnen Institute hänge
allerdings deutlich mit den dort tätigen Professoren
und Lehrbeauftragten zusammen, stellte die Studie weiter fest.
Neben dem Diplom-Studiengang
Online-Journalismus an der FH Darmstadt, der 2005 seine
ersten Abgänger entlassen wird, gibt es seit dem Sommersemester
2003 an
der Fachhochschule Köln einen zweiten einschlägigen
Studiengang. Im Fachbereich Bibliotheks- und Informationswesen
kann man dort in drei Jahren den Studiengang "Online-Redakteur"
mit einem Bachelor abschließen.
Auch andere bislang nicht als Alma Mater künftiger Journalisten
bekannte Hochschulen bieten Weiterbildungsprogramme für
künftige Online-Journalisten an – gegen Gebühr.
Offenbar wittern sie hier einen lukrativen Markt in der Akademiker-Fortbildung.
Dazu gehören:
- Die Tele-Akademie der FH Furtwangen bietet einen
neunwöchigen
Online-Kurs zum Einsatz des Internet in der Öffentlichkeitsarbeit
zum Preis von 745 Euro an
- In Halle bietet eine Institution mit dem griffigen Namen
HALESMA/A.N.D.(Hallesche Europäische Journalistenschule
für Multimediale Autorschaft / Alfred Neven Dumont)
einen
viertägigen Kurs "Online-Journalismus im Tagesgeschäft".
Kursgebühr: 232 Euro. Das neue Institut ist ein Ableger
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und
des DuMont Schauberg- Verlags aus Köln. Ab dem Wintersemester
2004 sollen weitere Angebote folgen.
- Die gemeinsame Akademie für Weiterbildung der Universitäten
Heidelberg und Mannheim bietet zum dritten Mal einen
Kurs
Online-Journalismus für Hochschulabsolventen an.
Er läuft berufsbegleitend über sechs Monate und
umfaßt sowohl E-Learning als drei mehrtägige
Präsenzschulungen. Kostenpunkt: 1980 Euro.
Lehrbücher: Inzwischen gutes Angebot vorhanden
Eine gute Nachricht zum Schluss: Deutlich verbessert hat
sich seit 2001 das Angebot an praktisch orientierten Hand-
und Lehrbüchern in deutscher Sprache (siehe Buchtipps
bei onlinejournalismus.de). Vielfach stammen sie von Journalisten-Ausbildern
wie Stefan
Heijink, Gabriele
Hooffacker oder Klaus
Meier, aber auch von unbekannteren Autoren mit Erfahrungen
aus Technik, Webdesign oder Public Relations.
Fazit: Es bleibt spannend
Wie sich der Bedarf an Online-Journalisten in den nächsten
Jahren entwickeln wird, ist unklar, und damit auch die Anpassung
des Ausbildungsangebotes. Eine wichtiges Tätigkeitsfeld
werden journalismusnahe Bereiche sein, Online-Redakteure,
die die Webauftritte von Firmen, Institutionen und Organisationen
inhaltlich betreuen.
Der Darmstädter Studiengang bietet seinen Studierenden
deshalb an, sich im Hauptstudium auf Online-Journalismus oder
Öffentlichkeitsarbeit zu spezialisieren.
In Bewegung bleiben auch die Entwicklungen in Sachen Medien-Konvergenz.
Das Konzept des konvergenten Newsrooms, in dem die Nachrichtenströme
für unterschiedliche Medien zusammenlaufen, scheint in
der deutschen Ausbildungsentwickung noch keine Rolle zu spielen
– anders als in den USA, wo immer wieder entsprechende
Fähigkeiten von den Journalisten der Zukunft gefordert
werden und mit dem Newsplex
ein hochmodernes Ausbildungs- und Forschungszentrum zum Newsroom
der Zukunft existiert.
(Dank an Sandra Kaupmann)
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