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Die Phrasen sind ausgelutscht, aber treffend: Der Rauch
hat sich verzogen, das Feld gelichtet. Etliche einst euphorisch
gestartete Ausbildungsangebote für den Online-Journalismus
sind bereits wieder eingestellt, andere scheinen sich hingegen
etabliert zu haben. Und: neue Anbieter und Konzepte gibt es
auch. Ein Überblick.
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| Einen vielversprechenden
Weg in den Online-Journalismus bietet der gleichnamige
Studiengang an der Fachhochschule Darmstadt unter
der Leitung von Klaus Meier (rechts). (Fotos: Tüshaus/Collage:
Jonas) |
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Anfangs gab es gar keine, dann schossen sie wie Pilze aus
dem Boden: Aus- und Weiterbildungsangebote für den Online-Journalismus
– Kurz-Kurse, Hochschul-Seminare, schließlich
Vollzeit-Ausbildungen. Und immer hechelten sie der Entwicklung
ein wenig hinterher. Mitte 2001 – der Dotcom-Doom hatte
Deutschland bereits erreicht – befand sich das Angebot
rein von der Quantität her auf seinem Höhepunkt.
2001: Ausbildungstypen und offene Fragen
Die Studie Ausbildung
für den Online-Journalismus unterschied Angebote
in sechs verschiedenen Bereichen:
- einzelne Seminare innerhalb bestehender Studiengänge
an den Hochschulen
- Integration online-journalistischer Inhalte in bestehende
Volontariate klassischer Medien und Ausbildungen an Journalistenschulen
(eher gering im Umfang)
- praktisch orientierte Kurse bei Weiterbildungseinrichtungen
(meist 1 bis 5 Tage Umfang)
- mehrmonatige Lehrgänge mit Praktikumsphasen bei
privaten Bildungsträgern
- speziell auf den Online-Journalismus ausgelegte Volontariate
in Medien-Betrieben und Journalistenschulen
- den gerade eingerichteten Studiengang Online-Journalismus
an der FH Darmstadt
Alle mussten sich mit dem noch unfertigen Berufsbild auseinandersetzen:
Was müssen künftige Online-Journalisten können?
Sind sie vornehmlich Journalisten, Gestalter oder gar PR-Redakteure?
Haben Quereinsteiger die besten Karten oder ist für das
Internet eine eigene medienspezifische Ausbildung notwendig
oder zumindest nützlich? Die letzten beiden Ausbildungstypen
beantworteten diese Frage ausdrücklich mit Ja.
Was hat sich seitdem verändert? Hinzugekommen sind nur
wenige bemerkenswerte Ausbildungsangebote, weggefallen hingegen
so manche.
Mehrmonatige Lehrgänge: Viele Anbieter verschwunden
"Der Markt hat sich konsolidiert", sagt Gabriele
Hooffacker, Leiterin der Münchener Journalistenakademie.
Sie untersuchte in einer Befragung die Konkurrenz –
Unternehmen, die wie die Journalistenakademie mehrmonatige
Vollzeit-Lehrgänge anbieten, die vor allem arbeitslose
Akademiker zu Online-Journalisten ausbilden sollten.
56 Anbieter wurden angeschrieben – gut zwei Drittel
der Angebote waren bereits vom Markt verschwunden, gerade
21 noch aktiv (siehe Liste
der Anbieter). Teilweise warben die Anbieter sogar noch
für mangels Teilnehmern nicht durchgeführte Lehrgänge.
Hooffacker stellte aber auch fest: die Ausbildungsgänge
waren offenbar vor allem journalistisch geprägt. Andere
Inhalte wie Technik und die Vermittlung sozialer Kompetenzen,
spielten demnach keine so große Rolle wie von manchen
erwartet bzw. als Aufweichung des journalistischen Berufsbilds
befürchtet.
Tatsächlich waren nach Angaben der Ausbilder sogar
34 Prozent ihrer Abgänger inzwischen für klassische
Medien tätig und nur 29 Prozent bei journalistischen
Online-Medien. Ein Viertel der Lehrgangsteilnehmer ist inzwischen
in der Öffentlichkeitsarbeit tätig.
Online-Volontariate: Eingestellt, auf Eis gelegt oder integriert
Stark geschrumpft ist auch das Angebot an Volontariaten in
Online-Redaktionen: Die "Studie Ausbildung für den
Online-Journalismus" attestierte dieser Ausbildungsform
die gleiche Berechtigung wie auf Print-, Hörfunk- oder
TV-Journalismus spezialisierten Volontariaten.
Die ausgedünnten Redaktionen sehen aber momentan keinen
Bedarf, künftige Online-Spezialisten auszubilden. Die
meisten um 2000/2001 angebotenen Online-Volontariate werden
inzwischen nicht mehr angeboten.
Auch groß angelegte Projekte wie die das Online-Volontariat
der Henri-Nannen-Schule oder das von mehren anderen Hamburger
Verlagshäusern gemeinsam ausgearbeitete Programm für
Online-Volontäre sind nach dem Auslaufen nicht verlängert
worden.
Gerade auf diesem Gebiet aktive öffentlich-rechtliche
Rundfunkanstalten haben ihr Online-Volontariat mit dem regulären
Rundfunk-Volontariat verschmolzen. Sprich: Online ist auf
eine kleine Lehreinheit für Hörfunk- und Fernsehvolontäre
geschrumpft.
Diesen Weg gehen auch die RTL
Journalistenschule für TV und Multimedia sowie die
neue Electronic
Media School Babelsberg, die die Volontärsausbildung
für den RBB und Radio Bremen übernommen hat. Der
erste Jahrgang der EMS hat inzwischen seine Ausbildung abgeschlossen.
Seit Oktober 2003 werden in Potsdam die nächsten 16 Teilnehmer
ausgebildet.
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in Teil 2:
Online-Journalismus an Hochschulen
und gegen Gebühr
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